Was man zum Wurstskandal wissen muss

Lebensmittelskandal : Was man zum Wurstskandal wissen muss

Nicht jedes Wilke-Produkt ist verkeimt und nicht jeder, der verkeimte Wurst verzehrt, wird krank. Dennoch sollten Verbraucher und Einrichtungen aufmerksam sein. Listeriose kann einen schweren Verlauf nehmen.

Die Firma Wilke, die nun im Mittelpunkt des Lebensmittelskandals steht, lieferte seine Wurst- und Fleischwaren bundesweit aus. Nachdem Listerien in einem Teil ihrer Wurstwaren gefunden worden war, rief das Unternehmen in der vergangenen Woche seine Produkte weltweit zurück. Das diene dem „vorbeugenden Verbraucherschutz“, hatte das hessische Unternehmen mitgeteilt.

Welche Produkte sind betroffen? Von dem vorsorglichen Rückruf betroffen seien alle im Unternehmen hergestellten Produkte mit sämtlichen Mindesthaltbarkeitsdaten, hatte Wilke erklärt. Die Waren seien durch den Aufdruck „DE EV 203 EG“ gekennzeichnet. Zudem seien Waren in loser Form über Wursttheken und Kantinen in Verkehr gebracht worden, so die Firma weiter. Der Rückruf betrifft bundesweit Unternehmen, Krankenhäuser, Altenheime und Kantinen. Er ist vorsorglich, das heißt: Nicht jede Ware von Wilke ist betroffen. Und nicht jeder, der ein keimverseuchtes Produkt erworben hat, erkrankt auch daran. Für Menschen mit geschwächter Immunabwehr sind Listerien jedoch gefährlich. Zwei Todesfälle und weitere 37 Krankheitsfälle in Hessen werden damit in Verbindung gebracht.

Wie äußert sich eine Listerien-Erkrankung? Sie äußert sich meist innerhalb von 14 Tagen nach der Infektion mit Durchfall und Fieber. Bei Senioren, Schwangeren und Menschen mit geschwächter Immunabwehr kann die Krankheit einen schweren Verlauf mit Blutvergiftung und Hirnhautentzündung nehmen, wie Wilke warnte. Auch könne das ungeborene Baby geschädigt werden. Personen, die Wilke-Produkte verzehrt hätten und entsprechende Symptome entwickeln, sollten einen Arzt aufsuchen, bat die Firma.

Was sollten Kunden tun? Wilke hatte seine Großkunden gezielt informiert und allgemein mitgeteilt: „Verbraucher, die betroffene Produkte gekauft haben, werden gebeten, diese nicht zu verzehren.“ Zudem könnten alle Kunden betroffene Artikel in Supermärkten gegen Erstattung des Kaufpreises zurückgeben. Die Behörden überwachen, ob die Firmen alle Waren aus den Regalen räumen und die Kantinen keine Wilke-Waren mehr verwenden. Vertreter der Kreise hätten das Recht, zu diesem Zweck in die Kantinen von Krankenhäusern oder Pflegeheimen zu gehen, betonte NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser.

Wie ist NRW betroffen? In vielen Städten sind Firmen und Einrichtungen vom Rückruf betroffen. Doch ob es hier auch Krankheitsfälle gibt, konnten die Kommunen auf Anfrage nicht sagen. Im Kreis Mettmann stehen laut Sprecherin insgesamt sechs größere und zehn kleinere Betriebe auf der Liste der Wilke-Kunden. Das Kreisamt für Verbraucherschutz kontrolliere die Betriebe bei der Durchführung des Rückrufs. In Mönchengladbach gibt es 31 Betriebe, die Waren von Wilke bezogen haben, dazu gehören Restaurants, Caterer, Großhändler, Kantinen und Einzelhändler. Derzeit seien sieben Lebensmittelkontrolleure unterwegs, die nachhalten, ob der Rückruf eingehalten werde, hieß es in Gladbach. Auch ein Krankenhaus und ein Altenheim in Moers zählten zu den Wilke-Kunden, ein Krankenhaus in Kamp-Lintfort, zwei Krankenhäuser in Dinslaken, drei Altenheime in Remscheid, ein Krankenhaus in Wesel. Düsseldorf konnte zur Zahl der belieferten Betriebe nichts sagen.

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