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Was das Wintersport-Aus für NRW bedeutet

Skifahren in der Pandemie : Was das Wintersport-Aus für NRW bedeutet

Laut NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) müssen die Skilifte im Land geschlossen bleiben – zumindest bis zum 20. Dezember und auf jeden Fall mit weitreichenden Folgen.

Wer bislang noch auf einem Skiurlaub im ausgehenden Jahr in Nordrhein-Westfalen spekuliert hatte, muss diese Hoffnungen wohl begraben. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat am Montag darauf hingewiesen, dass Skilifte nach verbindlicher Auslegung Freizeiteinrichtungen seien und smit nach der Coronaschutzverordnung des Landes geschlossen bleiben müssten. Skiläufern und Snowboardfahrern aus NRW, aber auch aus den benachbarten Niederlanden bleibt eine Minimalhoffnung auf die Zeit nach dem 20. Dezember. Bis dahin gelten die aktuellen Regeln, doch derzeit kann sich einschließlich Laumann wohl keiner der politisch Verantwortlichen vorstellen, dass die Infektionszahlen bis kurz vor Weihnachten so stark gesunken sind, dass danach eine Öffnung denkbar wäre.

Das gilt wohl auch für Bayern. Die Betreiber der Zugspitzbahn jedenfalls rechnen schon nicht mehr damit, dass Skilaufen vor dem 10. Januar des kommenden Jahres möglich wird. In den neuesten Corona-Regeln heißt es dort, dass „touristische Tagesausflüge oder Freizeitvergnügungen im Ausland, etwa zum Skifahren, vermeidbare Risikoquellen“ sind.

In Winterberg hatten sie nach den jüngsten Ankündigungen des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet vermutlich eh schon keine großen Hoffnungen auf einen Saisonstart noch vor Weihnachten gehabt. Die Sauerländer trifft der landesweit verhängte Stopp, der auf den Paragrafen zehn der Coronaschutzverordnung zurückgeht, natürlich schwer. Nicht nur die Branchen, die direkt mit dem Wintersport zu tun haben, sondern auch die Gastronomie und den Einzelhandel. „Vor dem zweiten Lockdown waren Stimmung und Motivation gut, jetzt im November haben wir 80 Prozent Umsatz-Einbußen“, erklärte Marcel Pauly, der Sprecher der Einzelhändler in Winterberg.

Jährlich beherbergen die Hotels und Pensionen 1,5 Millionen Gäste (davon 30 Prozent aus dem Ausland), dazu kommen zwei Millionen Tagestouristen in die Stadt, die gerade mal 12.500 Einwohner hat. Etwa 4000 Jobs in der Region hängen direkt und indirekt am Tourismus – Skiliftbetreiber, Skiverleiher, Skischulen, Hotels, Kneipen, Einzelhändler, Handwerker. Rund 200 Millionen Euro Umsatz bringt der Fremdenverkehr der Stadt jährlich ein, etwa die Hälfte davon wird in guten Jahren in der Wintersportsaison erwirtschaftet, wie ein Sprecher der Winterberg Tourisrtik und Wirtschaft GmbH auf Anfrage unserer Redaktion sagte. Winterbergs Bürgermeister Michael Beckmann (CDU) hatte bereits am Montagmorgen gesagt, dass ein Verbot bis zum Ende der Ferien die Stadt hart treffen würde. Die Saison fällt nun zumindest bis in den Januar wohl aus. Die betroffene Unternehmen müssen weitere staatliche Hilfe beantragen, die NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) auch schon in Aussicht gestellt hat.

Ob die Ski-Touristen, die in Deutschland in diesem Jahr nicht mehr auf die Piste oder in die Loipe kommen, jetzt nach Österreich und in die Schweiz ausweichen und damit das Geschäft in den Nachbarländern ankurbeln könnten, bleibt vorerst offen. Noch versucht Bundeskanzlerin Angela Merkel eine europaweite Lösung zu erreichen, der sich nach Frankreich und Italien auch Österreich und die Schweiz anschließen könnten. Letztere lehnen ein Verbot bisher ab.

Wer in eines der beiden Länder fährt, muss nach gegenwärtigem Stand nicht fürchten, nach seiner Rückkehr in Quarantäne zu müssen. Eine Sprecherin des NRW-Gesundheitsministeriums sagte unserer Redaktion, es greife die Meldepflicht, die auf eine bundesweit gültig Verordnung vom 5. Novemer zurückgehe. Demnach müssen sich Bürger, die in einem Risikogebiet gewesen sind, bei ihrem zuständigen Gesundheitsamt melden. Das kann den Rückkehrern dann einen Corona-Test vorschreiben.