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Düsseldorf: Warren Buffetts Aktie klettert über 200 000 Dollar

Düsseldorf : Warren Buffetts Aktie klettert über 200 000 Dollar

Wenn es jemand Irdischen gibt, dem man die Verwandlung von Stroh zu Gold zutrauen würde, dann ist es Warren Buffett. Was auch immer der US-amerikanische Starinvestor und laut "Forbes-Magazine" viertreichste Mensch der Erde anfasst, scheint sich in einen Haufen Geld zu verwandeln. Natürlich schafft er dies nicht auf wundersame Weise, sondern durch kluge Anlagestrategien. Das lässt den Wert seiner Investmentfirma Berkshire Hathaway immer weiter in die Höhe schießen. Das Papier ist die teuerste Aktie der Welt und kostete in der Nacht zu gestern an der New Yorker Börse NYSE mehr als 200 000 Dollar - pro Anteilsschein.

Der exakte Kurs lag zu Börsenschluss bei 202 850 Dollar (rund 151 000 Euro). Zum Vergleich: Die zweitteuerste Aktie der Welt des Chocolatiers Lindt & Sprüngli lag in Frankfurt gestern bei gut 45 000 Euro. Buffett könnte die Aktien splitten, um sie so auch für kleinere Anleger erschwinglich zu machen. Doch darauf verzichtet er. "Das schreckt auf kurzfristige Schwankungen spekulierende Aktienhändler ab", sagt er. So wie er selbst kein Spekulant ist, sondern ein auf lange Frist denkender Anleger.

Der bald 84-Jährige hat sich ein Firmen- und Beteiligungsimperium aufgebaut, das von Ölmulti ExxonMobil über Coca Cola, über Wal-Mart, IBM zu Autoversicherungen, Eisenbahnen und Cowboy-Stiefel-Produzenten und Eis-Herstellern reicht. Der Börsenwert des Imperiums liegt bei knapp 330 Milliarden Dollar - der vierthöchste eines Unternehmens überhaupt.

Weil es mit der gesamten US-Wirtschaft gerade bergauf geht, gilt das natürlich auch für Buffetts Mikrokosmos des großen Ganzen. Im zweiten Quartal stieg der Gewinn um 41 Prozent auf 6,4 Milliarden Dollar (rund 4,8 Milliarden Euro). Die Aktie kletterte entsprechend seit Februar um 23 Prozent von 164 000 Dollar. Analysten erwarten, dass Buffett Teile der enormen Barreserven von Berkshire (angeblich rund 50 Milliarden Dollar) investiert. Übernahmekandidaten sind namhafte Firmen wie Kellogg oder Campbell Soup.

Die Internetseite Pennystocks Lab hat vor wenigen Wochen ein Programm veröffentlicht, mit dem Nutzer berechnen können, wie lange Buffett bräuchte, um ihr Jahresgehalt zu verdienen. Für das durchschnittliche Jahreseinkommen eines Deutschen (41 388 Euro) bräuchte Buffett 126 Sekunden.

(RP)