Warnstreiks 2018 lähmen heute den Nahverkehr in Düsseldorf und Köln

Düsseldorf: Warnstreiks lähmen heute Nahverkehr

Die Gewerkschaften im öffentlichen Dienst haben für heute massive Warnstreiks im Nahverkehr der Rheinmetropolen Düsseldorf und Köln angekündigt. Die Folgen dürften auch über die Stadtgrenzen hinaus spürbar sein.

Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst erreichen heute ihren vorläufigen Höhepunkt. Die Gewerkschaften haben die Beschäftigten bei der Rheinbahn in Düsseldorf und bei den Kölner Verkehrsbetrieben (KVB) zu ganztägigen Streiks aufgerufen. Verdi und Co. wollen den Druck auf die Arbeitgeber bei Bund und Kommunen spürbar erhöhen. In den bislang zwei ergebnislosen Verhandlungsrunden haben die Gewerkschaften einen deutlichen Anstieg der Tarifentgelte für die 2,3 Millionen Beschäftigten gefordert. Diese sollen demnach um sechs Prozent, mindestens jedoch 200 Euro im Monat angehoben werden. Zudem verlangen sie eine zeitnahe Übertragung auf die Bundesbeamten und Pensionäre.

Die Rheinbahn erklärte, es würden keine U-Bahnen, Straßenbahnen und nur wenige Buslinien fahren. "Betroffen ist das gesamte Bedienungsgebiet der Rheinbahn, also die Stadt Düsseldorf, der Kreis Mettmann, die Stadt Meerbusch und die Verbindungen nach Duisburg, Krefeld, Neuss und Ratingen." Die Rheinbahn reagierte mit einem Notfallfahrplan: Trotz Streik würde versucht, auf einigen Buslinien Fahrten möglich zu machen, allerdings könne dafür keine Gewähr gegeben werden. Fahrgästen riet das Unternehmen, sich frühzeitig über Alternativen zu informieren. Nicht betroffen sind nämlich Züge der Deutschen Bahn und anderer Anbieter wie Abellio, National Express, Eurobahn, Westfalenbahn und Nordwestbahn. Die Regionalzüge und die S-Bahnen fahren also.

Informationen gebe es auf der Seite www.rheinbahn.de und unter der kostenpflichtigen Rufnummer 01806 504030 (für 20 Cent pro Anruf aus dem deutschen Festnetz, und 60 Cent pro Anruf aus den Mobilfunknetzen). Die Kundencenter bleiben geschlossen.

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Bei der KVB beginnt der Streik in der Nacht um 3 Uhr. Ab diesem Zeitpunkt fahren keine Stadtbahnen mehr. Nach Unternehmensangaben erfolgten aber die von Subunternehmen durchgeführten Bus-Fahrten. Der Betrieb werde erst morgen wieder aufgenommen. Neben Köln sei auch Bonn betroffen.

Die Verbraucherzentrale NRW erklärte, wegen des Streiks gelte die Mobilitäts-Garantie nicht. Diese sieht eigentlich vor, dass Kunden bei Verspätungen ihres Busses oder ihrer Bahn von 20 Minuten oder mehr alternativ stattdessen mit einem Fernverkehrszug oder dem Taxi fahren können. Die Mobilitätsgarantie sei eine freiwillige Leistung der Verkehrsunternehmen, so die Verbraucherschützer. Ein Streik sei einer der vorgesehenen Ausschlussgründe.

Die kommunalen Arbeitgeber haben massive Kritik an der Warnstreikwelle der Beschäftigten von Bund und Kommunen in mehreren Bundesländern geübt. Der Präsident der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), Thomas Böhle, sagte unserer Redaktion: "Warnstreiks sind ein Ärgernis und völlig unverhältnismäßig." Denn sie belasteten vor allem die unbeteiligte Bevölkerung. "Diese scheinbar unvermeidlichen Rituale der Gewerkschaften sind darüber hinaus nicht zielführend, da sie die Verhandlungen weder beschleunigen noch in irgendeine Richtung steuern", so der VKA-Chef. Für die Tarifrunde seien mehrere Gesprächstermine vorgesehen - aus dem einfachen Grund, dass divergierende Positionen ausgetauscht, bewertet und durchdacht werden müssten. Ein solches Verfahren koste Zeit, sagte Böhle, der auch Personaldezernent der Stadt München ist. "Die vergangenen zwei Verhandlungsrunden sind insgesamt konstruktiv verlaufen. Deshalb bin ich guter Dinge, dass wir Mitte April zu einer Einigung kommen werden."

(maxi)