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Düsseldorf: Wann Nachbarschaftshilfe zu Schwarzarbeit wird

Düsseldorf : Wann Nachbarschaftshilfe zu Schwarzarbeit wird

Am meisten verbreitet ist Schwarzarbeit auf dem Bau und in der Gastronomie. Doch auch Nachbarschaftshilfe kann zu Schwarzarbeit werden.

Wann wird aus Nachbarschaftshilfe Schwarzarbeit? Beim Nachbarn den Rasen schneiden oder das Baby hüten – Nachbarschaftshilfe ist beliebt, und gegen sie hat der Fiskus nichts einzuwenden, wenn sie gelegentlich erfolgt. Zwei Schlagwörter sind zur Abgrenzung wichtig: Regelmäßigkeit und Gewinnerzielung. "Wenn jemand ausnahmsweise auf die Nachbarskinder aufpasst und dafür einen kleinen Geldbetrag bekommt, ist das unkritisch", sagt Claudia Müller von der Minijob-Zentrale. Gleiches gilt für den Schüler, der zweimal im Jahr den Rasen mäht. Macht er das allerdings jede Woche (also regelmäßig) und gegen Geld (also mit Gewinnerzielungsabsicht), muss dies als Arbeit angemeldet werden. Die Anmeldung eines Minijobs erfolgt einfach über die Minijobzentrale (www.minijobzentrale.de).

Wer muss sich anmelden? Nicht der Gartenhelfer oder Babysitter muss sich anmelden, sondern der Privathaushalt, der zum Arbeitgeber wird. Der Minijobber muss das Formular nur mit unterschreiben. "Aber er muss sich nirgendwo anmelden, solange er weniger als 450 Euro verdient", erklärt Müller.

Welche Strafe haben Haushalte zu befürchten? Wer einen Helfer nicht anmeldet, beschäftigt einen Schwarzarbeiter. Anders als beim Unternehmer, der Schwarzarbeiter beschäftigt, liegt bei Privatpersonen aber keine Straftat vor, sondern "nur" eine Ordnungswidrigkeit. Dennoch wird ein Bußgeld fällig, wenn die illegale Beschäftigung auffliegt. Das sind laut Minijob-Zentrale in etwa 5000 Euro. Richtig teuer kann es werden, wenn der Schwarzarbeiter einen Unfall hat, erklärt Müller. "Stürzt zum Beispiel die Putzfrau im Haushalt des Arbeitgebers und bricht sich etwas, kann die Unfallversicherung die Behandlungskosten sowie Schmerzensgeld für den Beschäftigten vom Arbeitgeber verlangen. Und das kann dann richtig teuer werden." Dagegen kann ein Haushalt, der seinen Helfer korrekt anmeldet, die Kosten teilweise von der Steuer absetzen.

Welche Strafe haben Schwarzarbeiter zu befürchten? Laut Minijob-Zentrale keine. Das gilt aber nur, solange sie unter 450 Euro verdienen. Jobs, die sie darüber hinaus haben, müssen angemeldet werden. "Der Nachhilfelehrer oder die Putzfrau, die mit einem Gehalt über 450 Euro pro Monat keine Minijobber mehr sind, müssen ihr Gewerbe anmelden", sagt Müller. Schüler, die ihr Taschengeld aufbessern, sollten darauf achten, dass sie angemeldet werden und nicht über den Satz von 450 Euro kommen.

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Wie sieht die Strafverfolgung aus? Die ist sehr schwierig, erklärt ein Sprecher des Zolls. "Betriebe dürfen von uns kontrolliert werden, aber wir dürfen nicht in die Privathaushalte und nach nicht angemeldeten Schwarzarbeitern suchen." Meist fliegt das illegale Beschäftigungsverhältnis auf, wenn sich der Arbeitnehmer verletzt – etwa bei der Gartenarbeit. "Dann werden nicht nur Bußgeld und mögliche Behandlungskosten fällig", sagt Claudia Müller, "auch die Minijob-Zentrale kann Nachzahlungen verlangen."

(RP)