Währungsfonds will Griechen umschulden

Währungsfonds will Griechen umschulden

Hamburg (dapd/RP) Der Internationale Währungsfonds (IWF) zweifelt nach Informationen des "Spiegel" am Erfolg der Rettungsbemühungen für Griechenland. Hochrangige Vertreter des IWF hätten in Gesprächen mit Beamten europäischer Regierungen eine baldige Umschuldung des Landes gefordert, berichtete das Magazin.

Im IWF bahnt sich damit ein Kurswechsel an: Die Mitglieder glauben nun offensichtlich nicht mehr daran, dass sich das Land mit den bisherigen Maßnahmen sanieren lasse. Notwendig sei eine Verringerung der Schuldenlast von derzeit rund 150 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, argumentierten die IWF-Vertreter demnach gegenüber den Europäern.

Denkbar sei ein Schuldenschnitt, die Verlängerung der Laufzeiten von Anleihen oder niedrigere Zinszahlungen. Alle drei Alternativen laufen darauf hinaus, dass Inhaber griechischer Staatsanleihen auf einen Teil ihres Geldes verzichten.

Nach den Vorstellungen des IWF soll die griechische Regierung schon bald Gespräche mit ihren Gläubigern aufnehmen und ihnen die geplante Umschuldung mitteilen, berichtete der "Spiegel" weiter.

Bisher haben sich EU und angeschlagene Euro-Länder massiv gegen Umschuldungen gewehrt, weil sie die Nervosität an den Finanzmärkten schüren können. Allerdings notieren die Anleihen Griechenlands schon jetzt mit Abschlägen von rund 40 Prozent gegenüber dem Nominalwert. Dies bedeutet, dass die Schuldner schon jetzt eine Art Schuldenschnitt erwarten. Außerdem fürchtet Griechenland, nach einer Umschuldung keine neuen Kredite zu erhalten. Erfahrungen anderer Länder wie Argentinien zeigen allerdings, dass eine gut gemanagte Umschuldung neue Kredite nicht ausschließt.

(RP)
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