VW-Skandal: US-Staaten verklagen erneut Volkswagen

Washington : US-Staaten verklagen erneut VW

Drei Staaten fordern Hunderte Millionen Dollar an Strafen.

Neues Ungemach für Volkswagen: Ungeachtet eines bereits ausgehandelten Milliarden-Vergleichs haben mehrere US-Staaten gestern Klagen gegen VW angekündigt und schwere Vorwürfe gegen das Top-Management erhoben. Allein in den Bundesstaaten Maryland, New York und Massachusetts waren 53.000 Fahrzeuge betroffen. Die Manipulation der Software sei auf höchster Ebene geplant und genehmigt, der damalige Vorstandschef Martin Winterkorn sei beteiligt gewesen, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung der Generalstaatsanwälte von New York, Maryland und Massachusetts. Sie verlangen Hunderte Millionen Dollar an zusätzlichen Strafen.

Volkswagen bezeichnet die Vorwürfe als "im Wesentlichen nicht neu". Es sei bedauerlich, dass ein paar Staaten jetzt Umweltschutzklagen erheben, ungeachtet ihrer früheren Unterstützung des gemeinschaftlichen Verfahrens.

Die Klagen richten sich gegen die Volkswagen AG, die Audi AG und die Porsche AG sowie die jeweiligen US-Ableger. Einer der Vorwürfe lautet auf die Zerstörung wichtiger Beweismittel. VW-Mitarbeiter hätten einem Tipp von einem Hausjuristen folgend die Beweise geschreddert.

Marylands Generalstaatsanwalt Brian Frosh warf VW die wissentliche Luftverschmutzung vor. "Ihre Missachtung der Gesundheit unserer Einwohner und ihre Missachtung unserer Umwelt muss bestraft werden", erklärte er. Sein New Yorker Kollege Eric Schneiderman warf Volkswagen "systematischen und kalkulierten Rechtsbruch" sowie "tiefe unternehmerische Arroganz" bei der Aufarbeitung der Vorfälle vor. "Wir werden mit der ganzen Härte des Gesetzes die härtesten Sanktionen anstreben, um unsere Menschen zu schützen."

Ungemach droht VW auch in Spanien. Die Verbraucherschutzorganisation OCU hat jetzt eine Sammelklage eingereicht. 4000 Geschädigte schlossen sich an.

(dpa)