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Vorwerk-Chef Thomas Stoffmehl traf Frankreich-Präsident Emmanuel Macron

"Thermomix-Präsentation" im Schloss Versaille : Vorwerk-Chef trifft Frankreichs Präsident Macron

Frankreich ist für das Wuppertaler Familienunternehmen Vorwerk einer der wichtigsten Märkte. Bei einem Treffen mit dem französischen Präsidenten stellte Firmenchef Thomas Stoffmehl nun fest: Auch Macron kennt die Küchenmaschine.

Seit mehr als 50 Jahren wird der Thermomix in Frankreich gefertigt, doch ins nationale Kulturgut ist die Küchenmaschine noch nicht eingegangen: Asterix, Obelix und Thermomix – so weit ist es noch nicht. Aber dennoch sagt Vorwerk-Chef Thomas Stoffmehl zufrieden: „Präsident Macron hat sich als echter Kenner des Thermomix und unseres Kobolds gezeigt.“

Am Montag hat Stoffmehl den französischen Präsidenten Emmanuel Macron im Schloss von Versaille getroffen. Der Präsident hatte zum Wirtschaftsgipfel „Choose France Summit“ eingeladen. Dieser fand bereits zum vierten Mal statt und soll unter anderem dazu beitragen, ausländische Unternehmen von Investitionen in Frankreich zu überzeugen – so wie es Vorwerk schon seit Jahrzehnten vormacht.

Denn in der Geschichte des Wuppertaler Familienunternehmens spielt Frankreich eine zentrale Rolle. Denn hier wurde Anfang der 1970er Jahre der „Ur-Thermomix“ erfunden, das Modell VM 2000. Dieser hatte erstmals eine Funktion zum Heizen, wodurch die verschiedenen Mix- und Rührfunktionen der Maschine um eine Komponente zum Kochen erweitert wurden. Bis heute ist diese Mischung aus Küchenmaschine und Kochgerät das Erfolgsrezept des Thermomix.

Auch die Nachfolger-Modelle lässt Vorwerk seitdem in seinem Werk in Cloyes-sur-le-Loir in der Nähe von Orléans fertigen. Beim Treffen mit Emmanuel Macron kündigte Vorwerk-Chef Thomas Stoffmehl an, dass man den Standort Frankreich weiter stärken wolle. Rund 40 Millionen Euro sollen in den kommenden drei Jahren investiert und dabei bis zu 850 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Es geht unter anderem um einen weiteren Ausbau der Vertriebsaktivitäten.

Frankreich sei aus zwei Gründen ein strategisches Land für Vorwerk, sagt Thomas Stoffmehl: Einerseits beheimate es den größten Produktionsstandort, andererseits sei es nach Deutschland der zweitgrößte Absatzmarkt. Vorwerk beschäftigt in Frankreich bereits rund 2000 Mitarbeiter. Außerdem sind dort rund 11.000 selbständige Thermomix-Berater für Vorwerk aktiv.

Das Geschäft des Wuppertaler Familienunternehmens hat sich zuletzt sehr gut entwickelt – und dabei spielte das aktuelle Thermomix-Modell TM6 eine zentrale Rolle. Die Küchenmaschine steuerte im vergangenen Jahr etwa die Hälfte des Gesamtumsatzes von 3,2 Milliarden Euro bei. Mehr als 1,8 Millionen Geräte wurden allein 2020 verkauft. Das Unternehmen hatte daher bereits Pläne, die Produktion am Standort Wuppertal einzustellen, rückgängig gemacht. Denn auch in diesem Jahr entwickelte sich das Geschäft bislang so gut, dass man davon ausgeht, die Werte des Vorjahres noch einmal übertreffen zu können – und Frankreich soll dabei eine wichtige Rolle spielen.