Krefeld: Voith Paper streicht in Krefeld die Hälfte der Stellen

Krefeld : Voith Paper streicht in Krefeld die Hälfte der Stellen

Der Papiermaschinenhersteller baut insgesamt 800 Arbeitsplätze in Europa ab. Auch der Markt in China schwächelt.

Voith Paper setzt seinen Sparkurs in Europa fort. Nachdem schon im August der Abbau von 240 Stellen bekanntgegeben worden war, kündigte der Konzern gestern die Streichung weiterer 560 Stellen an den Standorten in Deutschland und Österreich an. Die Belegschaft des Krefelder Werkes wird glatt halbiert: Von den 421 Stellen bleiben 208 übrig. Weltweit hat Voith Paper 9000 Mitarbeiter. In Europa wird die Zahl der Stellen um insgesamt 800 auf 1984 reduziert.

Die Voith-Geschäftsführung verweist auf die sinkende Nachfrage nach Druck-Erzeugnissen auf Papier; elektronische Medien wie Tablet-PC oder Smartphone würden Gedrucktes zunehmend verdrängen – damit sinke auch die Nachfrage nach Papiermaschinen. Zudem sei die Entwicklung des Geschäfts in China deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Die Nachfrage dort könne die Verluste in Europa nicht ausgleichen, sagte Voith-Paper-Geschäftsführer Antti Kaunonen gestern in Krefeld. "Unsere heutigen Kapazitäten können wir nicht dauerhaft auslasten", erklärte Kaunonen. Der Umsatz bei Voith Paper ist nach Angaben des Geschäftsführers von rund zwei Milliarden Euro um 500 Millionen Euro geschrumpft.

Voith Paper will die Produktion neuer Maschinen in Heidenheim und im chinesischen Kunshan bündeln. Die Produktion in Krefeld wird eingestellt. Das Werk soll "Kompetenzzentrum" werden und Umbau und Anpassung bestehender Maschinen übernehmen. Betriebsrat und Gewerkschaften werfen dem Management schwere Fehler vor: Es habe sich auf große Maschinen konzentriert und das Segment für mittlere und kleine Anlagen vernachlässigt, sagen Arbeitnehmer-Vertreter. Kritik der Gewerkschaften in Krefeld entzündet sich auch am engen Zeitplan von Voith. Demnach soll schon bis Ende November der Sozialplan stehen und bis September 2014 der Stellenabbau abgeschlossen sein. "Das werden wir nicht akzeptieren, das ist viel zu wenig Zeit", sagte der Krefelder DGB-Chef Ralf Köpke.

(vo)
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