Schnelles Internet: Vodafone verbündet sich mit Telefonica gegen Telekom

Schnelles Internet : Vodafone verbündet sich mit Telefonica gegen Telekom

Für viele Milliarden Euro will Vodafone den Kölner Kabel-Netzbetreiber Unitymedia übernehmen, doch die EU ist skeptisch. Jetzt will man Telefonica als Untermieter ins Netz lassen. Der Wettbewerber United Internet fühlt sich diskriminiert.

Vodafone Deutschland versucht, die mehr als zehn Milliarden Euro teure Übernahme des Kölner-Kabel-TV-Anbieters Unitymedia mit einem wichtigen Zugeständnis bei der EU durchzubringen. Das Düsseldorfer Unternehmen hat mit Telefonica Deutschland vereinbart, dass der Münchener Wettbewerber das künftige Kabel-TV-Netz von Vodafone in ganz Deutschland nutzen darf, sofern Vodafone Unitymedia kaufen darf. Dies hebe den Wettbewerb in Deutschland auf eine ganz neue Ebene, sagte Hannes Ametsreiter, Leiter von Vodafone am Dienstag.

Mit dem Vorschlag will Ametsreiter die Sorge der EU entkräften, dass der Festnetz-Wettbewerb in Deutschland schwächer wird, wenn Vodafone sein Kabel-TV-Netz im Osten und Süden Deutschlands auch noch um Unitymedia in NRW und einigen anderen westlichen Bundesländern erweitert. Denn dann würde ja Unitymedia wegfallen.

Wenn Telefonica künftig aber Zugriff auf das Kabel-Netz mit bis zu 24 Millionen Anschlüsse hätte, gäbe es nicht weniger Angebot sondern mehr, so Ametsreiter.

„Diese Öffnung des Netzes geht in die richtige Richtung“, lobt Thomas Jarzombek, Digitalexperte der CDU-CSU-Bundestagsfraktion aus Düsseldorf. Nun müsse aber die EU entscheiden, ob ihr die Zugeständnisse von Vodafone reichen.

Das ist eher nicht zu erwarten, glaubt der Duisburger Wirtschaftsprofessor Torsten Gerpott. „Es wird der EU nicht reichen, dass nur ein einziger Anbieter bei Vodafone Untermieter wird“, sagt er. Er rechnet eher damit, dass die EU auf einer vollständigen Öffnung des Netzes bestehe.

Dieser Haltung schließt sich United Internet an. Das Unternehmen aus Montabaur ist über seine Marke 1&1 ein deutlich wichtigerer Anbieter von Festnetzanschlüssen in Deutschland als Telefonica Deutschland. Es müsse einen diskriminierungsfreien Zugang zum Kabel-Netz für alle Wettbewerber geben, fordert Gründer und Vorstandschef Ralph Dommermuth.

Dabei stört ihn insbesondere, dass Vodafone das Kabel-Netz interessanterweise nur bis zu einem Übertragungstempo von 300 Megabit für Telefonica freischalten will und schnellere Anschlüsse mit einem Gigabit exklusiv vermarkten will. Dommermuth: „Wir setzen uns für wirklichen Wettbewerb ein.“

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