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Düsseldorf: Vodafone startet ab 2. Mai mit Kabel-Vermarktung

Düsseldorf : Vodafone startet ab 2. Mai mit Kabel-Vermarktung

Der zweitgrößte Mobilfunker Deutschlands will in die Offensive kommen. Doch das neue Angebot ist nicht bundesweit.

Deutschlands zweitgrößter Telefonkonzern, Vodafone Deutschland, macht mit der Integration des knapp zehn Milliarden Euro teuren Zukaufs Kabel Deutschland (KD) endlich Ernst.

Nachdem KD sich bereits am 1. April einem Beherrschungsvertrag mit Vodafone unterworfen hatte, werden die Unternehmen ab Freitag, dem 2. Mai, endlich auch beim Vertrieb zusammenarbeiten. Das erfuhr unsere Zeitung aus Kreisen des Düsseldorfer Unternehmens. In den Vodafone-Shops im Verbreitungsgebiet von Kabel-Deutschland im Süden und Osten Deutschlands werden Verträge von KD angeboten. Gleichzeitig soll KD bei seinen 8,4 Millionen Kunden zunehmend dafür werben, dass sie Verträge von Vodafone unterschreiben.

Der etwas verspätete Start der Vertriebskooperation hängt damit zusammen, dass Vodafone und KD technische Hindernisse beseitigen mussten, bis die Vodafone-Mitarbeiter auf die Computersysteme von KD zugreifen können. Außerdem trat der Beherrschungsvertrag schneller in Kraft, als viele Manager erwartet hatten. Der Grund: Minderheitsaktionäre von KD klagten am Ende doch weniger als erwartet gegen die Übernahme und den Beherrschungsvertrag.

Für Vodafone ist der Start der Kooperation ein wichtiger Durchbruch. Immerhin kann das Unternehmen nun in den meisten Bundesländern schnellere Internetanschlüsse als die Deutsche Telekom anbieten. Denn KD bietet seinen Kunden Internetanschlüsse von bis zu 100 Megabit/Sekunde - die bisherigen Telekom-Anschlüsse per DSL beziehungsweise VDSL kommen nur auf maximal 50 Megabit - in den meisten Teilen Deutschlands erreicht die Telekom sogar nur maximal 25 Megabit/Sekunde.

Doch trotz des Erfolges muss Vodafone-Chef Jens Schulte-Bockum zwei Herausforderungen lösen. Erstens muss das Unternehmen in den Gebieten, in denen KD aktiv ist, schnell viele bisherige DSL-Kunden auf das Netz von KD umschalten. Das bringt pro Monat pro Haushalt rund zehn Euro an eingesparter Durchleitungsgebühr bei der Telekom. Vodafone könnte so auf Dauer rund die Hälfte des Kaufpreises für KD wieder reinholen.

Zweitens hofft Schulte-Bockum, auch noch den zweiten großen Kabel-TV-Anbieter Deutschlands, Unitymedia aus Köln, zu schlucken. Doch das Bundeskartellamt würde eine solche Zusammenführung der großen Kabel-Firmen sofort verbieten - Vodafone hofft dort irgendwann auf einen Sinneswandel.

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Bis dahin werden bundesweite Werbekampagnen für Vodafone schwer. In Bayern oder Ostdeutschland kann Vodafone mit schnelleren Anschlüssen als die Telekom punkten. In NRW, Baden-Würtemberg und Hessen werden dagegen weiter nur DSL/VDSL-Anschlüsse als faktischer Untermieter der Telekom vermarktet.

(RP)