Verdi-Streik 2019 - Uniklinik-Pflegepersonal legt Arbeit in Düsseldorf, Köln und Essen nieder

Tarifstreit der Länder : Verdi bestreikt am Dienstag NRW-Unikliniken

Für die betroffenen Kliniken gelten Notdienstvereinbarungen. Der Schwerpunkt liegt auf Düsseldorf, Essen und Köln. Auch an den Universitäten, in weiteren Landesbehörden und beim Statistikamt IT.NRW legen Beschäftigte die Arbeit nieder.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi will am Dienstag mit Warnstreiks in den nordrhein-westfälischen Unikliniken weiteren Druck für die Tarifverhandlungen aufbauen. Gemeinsam mit dem Beamtenbund (DBB), der Gewerkschaft der Polizei, der IG Bau und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft streitet Verdi mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder für sechs Prozent mehr Lohn, mindestens jedoch 200 Euro mehr im Monat. Zudem verlangen die Gewerkschaften eine neue Entgeltordnung. Auch möchten sie spezielle Verbesserungen für das pflegende Personal, für Lehrer, Auszubildende und Praktikanten durchsetzen.

Die Warnstreiks sollen in erster Linie die Unikliniken treffen.Nach Verdi-Angaben liegt der Streikschwerpunkt auf Düsseldorf, Köln und Essen. „Bislang können wir nicht abschätzen, wie groß die Beteiligung an den Warnstreik-Maßnahmen sein wird“, sagte ein Sprecher der Uniklinik Düsseldorf. Unabhängig davon werde die Notfallversorgung im UKD aufrechterhalten. „Wir bedauern die durch den Warnstreik eventuell entstehenden Beeinträchtigungen und Unannehmlichkeiten für unsere Patienten.“

In Köln wird es einem Sprecher zufolge bei „terminierten Behandlungen“ zu deutlichen Beeinträchtigungen kommen. „Patienten, deren Behandlung medizinisch vertretbar verschoben werden kann, können hier betroffen sein“, sagte er. Patienten, die für Dienstag einbestellt worden seien, sollten dennoch normal und termingerecht zur Klinik kommen - „es sei denn, sie haben eine Persönliche Absage aus dem Fachbereich bekommen.“ Auch in Köln gilt eine Notdienstvereinbarung mit der Gewerkschaft Verdi, die die Akutversorgung sicherstellt..

An der Uniklinik Münster soll es nach Angaben einer Sprecherin erst am Donnerstag eine „aktive Mittagspause“ geben, in der die Belegschaft über den Stand der Verhandlungen informiert wird.

Die Folgen für die Klinik in Bonn halten sich wohl in Grenzen: „Es handelt sich um einen Warnstreik, in dessen Vorfeld wir mit den Gewerkschaften eine Vereinbarung getroffen haben, dass notwendige Operationen, Geburten und so weiter dennoch stattfinden können“, sagte Wolfgang Holzgreve, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender am Uniklinikum Bonn. „Notfälle können selbstverständlich wie immer jederzeit versorgt werden.“ Holzgreve äußerte Verständnis für die Gewerkschaftsforderung: „Wir stimmen mit den Personalvertretungen und den Gewerkschaften überein, dass adäquate Gehaltserhöhungen vereinbart werden müssen und hoffen, dass diese Tarifverhandlungen in Berlin bald zu einem guten Abschluss kommen.”

Ein Sprecher der Uniklinik Aachen sagte, man rechne mit einer „aktiven Mittagspause“ und gehe deshalb zunächst davon aus, dass die Folgen für die Patienten beherrschbar seien. Vorerst seien keine Operationen verschoben worden.  Bestreikt werden außerdem die Statistikbehörde IT.NRW sowie Hochschulen, Universitäten und Landesbehörden.

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