Verdi kritisiert die Deutsche Bank

Verdi kritisiert die Deutsche Bank

frankfurt/m. (gw) Eine Woche nach der Vorentscheidung für den Deutsche-Bank-Führungswechsel im kommenden Jahr sieht sich das Unternehmen erneut mit Kritik konfrontiert. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat die Bank wegen des geplanten Wechsels von Konzernchef Josef Ackermann in den Aufsichtsrat angegriffen. Die damit verbundenen Diskussionen "werden der Bank noch viele negative Schlagzeilen bescheren – zum Schaden der Belegschaft", sagte Uwe Foullong, im Verdi-Bundesvorstand für Banken zuständig, der "Wirtschaftswoche". Es sei nicht die Mehrzahl der Arbeitnehmervertreter gewesen, die den Schweizer als Chef des Kontrollgremiums ins Spiel gebracht habe, sagte Foullong. Die Arbeitnehmer hätten vielmehr das Vorgehen der Anteilseigner kritisiert, weil die Bank damit eine Chance verpasse, ein Vorbild für gute Unternehmensführung abzugeben. Ackermann und die Bank waren kurz nach der Entscheidung am vergangenen Montag bereits in die Kritik geraten. Mehrere Politiker hatten moniert, der Wechsel entspreche nicht den Grundsätzen guter Unternehmensführung.

Das Aktiengesetz schreibt formal vor, dass Vorstandsmitglieder erst nach einer Karenzzeit von zwei Jahren in den Aufsichtsrat eines Unternehmens wechseln können. Die Ausnahme: Wenn mehr als 25 Prozent des Kapitals das befürworten, kann der Topmanager schon vorher in das Kontrollgremium wechseln. In einem solchen Fall soll auch gleichzeitig als begründeter Ausnahmefall der Vorstandsvorsitzende direkt die Führung im Aufsichtsrat übernehmen können.

Ob das im Fall Ackermann möglich ist, gilt allerdings als zweifelhaft. Gegner sind der Meinung, dass der Vorsitzende eines Aufsichtsrats nur aus dem Kreis der Mitglieder gewählt werden könne. Das hieße, Ackermann könne im ersten Schritt nur einfaches Mitglied werden.

(RP)
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