Luxemburg: Verbraucherpreise sinken um 0,2 Prozent

Luxemburg : Verbraucherpreise sinken um 0,2 Prozent

Ursache ist der Ölpreis-Verfall. Deflation herrscht nicht. In Deutschland steigen Preise um 0,1 Prozent.

Erstmals seit der schweren Wirtschaftskrise 2009 sind die Verbraucherpreise in der Eurozone im Jahresvergleich gefallen. Im Dezember habe das Preisniveau um 0,2 Prozent niedriger gelegen als im Vorjahresmonat, teilte das Statistikamt Eurostat gestern mit. Damit wurde eine erste Schätzung bestätigt. Im November hatte die Inflationsrate noch bei plus 0,3 Prozent gelegen.

Haben wir nun Deflation in der Eurozone? Nein. Von Deflation sprechen Ökonomen, wenn die Preise auf breiter Front fallen. Das ist gefährlich, weil Verbraucher dann in Erwartungen weiterer Preissenkungen ihre Käufe zurückstellen, was die Wirtschaft in eine Rezession stürzen kann. Doch von einem Preisverfall auf breiter Front ist nichts zu sehen. Ursache für den aktuellen Rückgang der Preise ist vor allem der gefallenen Ölpreis. In dessen Folge wurden auch Heizöl und Benzin günstiger.

Wie sieht es in Deutschland aus?

Zwischen den einzelnen Ländern gibt es große Unterschiede. In Deutschland stiegen die Preise im Dezember leicht um 0,1 Prozent. Über das gesamte Jahr gerechnet lag die Inflationsrate bei 0,9 Prozent. Seit Jahren ist die Inflation rückläufig: 2011 waren es 2,1 Prozent, 2012 dann 2,0 Prozent, 2013 schließlich 1,5 Prozent. Der Rückgang stärkt tendenziell die Kaufkraft der Verbraucher.

Wie sieht es in anderen Ländern aus? In den südeuropäischen Ländern, die in einer Wirtschaftskrise stecken, gingen die Verbraucherpreise im Dezember deutlich zurück. In Griechenland sanken die Preise um 2,5 Prozent, in Spanien um 1,1 Prozent und in Zypern um 1,0 Prozent. Entsprechend niedrig lag daher die Inflationsrate in der gesamten Euro-Zone.

Was heißt das für die künftig Zinspolitik der EZB? Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt für den gesamten Euroraum eine Inflationsrate von knapp zwei Prozent an. Auch in den nächsten beiden Jahren dürfte die Inflationsrate laut EZB unter ihrem Ziel bleiben. Die meisten Experten erwarten daher, dass die Notenbank bereits auf ihrer kommenden Sitzung am 22. Januar breit angelegte Staatsanleihekäufe beschließen wird.

Was heißt das für Reallöhne? Die Reallöhne in Deutschland sind gestiegen. Nach einer Auswertung des gewerkschaftlichen WSI-Tarifarchivs legten die Brutto-Tariflöhne im Jahr 2014 um 3,1 Prozent deutlich schneller zu als die Verbraucherpreise mit 0,9 Prozent.

(dpa/RP)
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