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Verband Die Familienunternehmer fordert Verkehrswende in NRW

Landesverband mit neuer Spitze : Familienunternehmer fordern Mobilitätswende in NRW

David Zülow leitet künftig den Landesverband der Familienunternehmer. Nachdem das Kernanliegen „Wirtschaft als Schulfach“ in NRW Realität wird, wendet sich der Verband nun neuen Themen zu. Und die haben es in sich.

Der neue Landeschef des Verbands „Die Familienunternehmer“, David Zülow, kritisiert die Verkehrspolitik in NRW: „Wir müssen überlegen, wie wir einen klugen Mobilitätsmix hinbekommen, statt das Land lahmzulegen, wie es gerade in Düsseldorf mit der Umweltspur passiert.“ Um die hohen Stickoxidwerte an einzelnen Stellen der Stadt zu senken, hat Düsseldorf eine wichtige Zufahrtsstraße teilweise für den Verkehr gesperrt. Dies sorgt für lange Staus.

Auch in der Wirtschaft regt sich Widerstand. Zülow, im Hauptberuf Leiter des gleichnamigen Elektrohandwerksbetriebs in Neuss, kann den Ärger verstehen: „Was sollen die Betriebe in so einer Situation denn machen? Ich kann meine Handwerker nicht mit der S-Bahn nach Düsseldorf zu Kunden schicken.“

Zülow wurde Mitte November für zwei Jahre zum Landeschef des Verbands „Die Familienunternehmer“ gewählt. Seine Amtszeit will der Unternehmer dazu nutzen, die Themen Digitale Infrastruktur, Energie- und Verkehrspolitik in NRW nach vorne zu treiben.

Seit 2013 hatte der Geschäftsführende Gesellschafter des Düsseldorfer IT-Dienstleisters Behrens & Schuleit, Thomas Rick, den Verband auf Landesebene geführt. „Der Höhepunkt meiner Amtszeit war sicherlich, dass Wirtschaft jetzt endlich Schulfach wird“, sagt Rick. Die Forderung nach mehr ökonomischer Bildung in Schulen war jahrelang ein Kernanliegen der Familienunternehmer. Nach dem Regierungswechsel haben FDP und CDU die Einführung beschlossen.

Rick macht keinen Hehl daraus, dass die Abwahl des Kabinetts von Hannelore Kraft ein Wendepunkt war: „Als ich mein Amt angetreten hatte, musste ich praktisch bei Null anfangen.“ Die rot-grüne Landesregierung habe damals kein großes Interesse daran gehabt, mit dem Verband zu sprechen. „Bei einem Treffen mit der Grünen-Landtagsfraktion wurde ich mit den Worten: ‚Wir wollten mal sehen, wie der Wahlkampfunterstützungsverein der FDP aussieht‘, begrüßt“, erinnert sich Rick. Der Verband ist zwar offiziell politisch unabhängig, doch eine gewisse thematische Nähe zu den Liberalen würde wohl auch der Unternehmer nicht leugnen.

Rick bedauert dennoch, dass es in der SPD und bei den Grünen nur Einzelne gebe, die sich mit den Familienunternehmern austauschen würden. Nachfolger Zülow sieht das ähnlich. „Wir sind grundsätzlich offen für Gespräche mit allen Parteien, die nicht ganz links oder rechts stehen.“ An Gesprächen mit der AfD habe man kein Interesse: „Die bleibt am Ende des Tages eine rechtsradikale Partei. Freiheit und Wettbewerb brauchen Offenheit statt Ausgrenzung.“