US-Forscher Richard Thaler bekommt Friedensnobelpreis 2017

US-Ökonom: Wirtschafts-Nobelpreis geht an Forscher Richard Thaler

Den Nobelpreis für Wirtschaft erhält in diesem Jahr der US-Forscher Richard H. Thaler. Geehrt wird der 72-Jährige für die Erforschung der Psychologie hinter wirtschaftlichen Entscheidungen

Thaler lehrt derzeit an der Universität Chicago. Er wird für seine Beiträge zur Verhaltensökonomik ausgezeichnet, wie die Königlich-Schwedische Wissenschaftsakademie am Montag in Stockholm mitteilte. Der Verhaltensökonom habe gezeigt, dass begrenzte Rationalität, soziale Präferenzen und ein Mangel an Selbstbeherrschung systematisch Entscheidungen und Marktergebnisse beeinflussten, hieß es in der Begründung.

In der Verhaltensökonomie würden Erkenntnisse aus der psychologischen Forschung auf wirtschaftliche Entscheidungsfindungen angewandt. So seien realistischere Analysen möglich, wie Menschen denken und wie sie ökonomische Entscheidungen treffen. Der Geehrte erklärte in einer Pressekonferenz, am wichtigsten an seiner Arbeit sei die Erkenntnis, dass die ökonomischen Akteure Menschen seien und Entscheidungen nicht immer rational träfen.

Im vergangenen Jahr hatten der US-Amerikaner Oliver Hart und der Finne Bengt Holmström den Nobelpreis für Forschungen zu Vertrags-Konstruktionen erhalten. Ökonomen aus den Vereinigten Staaten dominieren die Auszeichnung seit der ersten Verleihung 1969. Nur ein Deutscher wurde bisher geehrt: der Bonner Spieltheoretiker Reinhard Selten im Jahr 1994.

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Die mit umgerechnet rund 940.000 Euro (neun Millionen schwedischen Kronen) dotierte Auszeichnung geht nicht auf das Testament des Erfinders Alfred Nobel zurück. Sie gilt daher nicht als klassischer Nobelpreis. Die schwedische Reichsbank stiftete den Preis 1968 nachträglich.

Verliehen wird der Wirtschafts-Preis trotzdem gemeinsam mit den traditionellen Kategorien Medizin, Physik, Chemie, Literatur und Frieden am 10. Dezember - dem Todestag des Preisstifters.

(oko)