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Unwetter: Warum die Netze von Telekom und Vodafone zusammenbrachen

Unwetter in NRW : Darum sind Mobilfunk und Festnetz vielerorts zusammengebrochen

In vielen Regionen in NRW sind Mobilfunk und Festnetz weiterhin gestört. Techniker von Vodafone und Telekom versuchen, die Netze wieder in Betrieb zu nehmen. Doch das ist teilweise gar nicht so leicht.

Kein Netz. Kein Anschluss. Keine Verbindung. Wie auch immer man es nennen will – in einer Situation, in der man um seine Sicherheit oder die seiner Angehörigen fürchtet, ist es in jedem Fall fatal, wenn Telefon, Handy und Internet nicht funktionieren. Doch genau das ist während der schweren Unwetter in den vergangenen Tagen passiert. In den besonders betroffenen Regionen ist das Netz zusammengebrochen und oft noch immer nicht wieder hergestellt.

Nach Angaben der Deutschen Telekom ist das Festnetz im Ahrtal und der Eifel bzw. Voreifel weiterhin großflächig gestört. Es werde teilweise Wochen dauern, bis die letzten Störungen beseitigt werden können. Seit Mitternacht gebe es zudem durch das kontrollierte Ablassen der Rurtalsperre einen neuen Störungsherd. „Dort stellen die Energieversorger im Abflussgebiet den Strom ab“, sagte ein Telekom-Sprecher am Freitag: „Dadurch sind momentan diverse Mobilfunkstandorte und Festnetzanschlüsse zumindest temporär ohne Verbindung.“ Auch in Wuppertal gab es Probleme. Ähnlich sieht die Situation beim Konkurrenten Vodafone aus.

Für den Zusammenbruch der Netze gab es verschiedene Gründe, die letztlich alle auf die starken Regenfälle zurückzuführen sind. So kam es durch die Wassermassen zu Stromausfällen, von denen auch die Funkmasten betroffen waren. An anderen Stellen gab es bei den Anbietern Kabelabrisse oder Wasserschäden in den Kabeln und der Netztechnik. Laut einem Vodafone-Sprecher haben die Wassermassen teilweise auch ganze Stationen zerstört, in denen die Technik untergebracht war. Auch mit Hilfe der Bundeswehr versuchen Techniker bereits den ganzen Tag, die entsprechenden Stellen zu erreichen und die Netze wieder in Betrieb zu nehmen. Je nach örtlicher Lage ist das gar nicht so leicht, weshalb Versuche auch teilweise abgebrochen werden mussten.

Mobilfunkstationen bestehen aus einer Antenne und einem dazugehörigen Technikraum. Fällt der Strom aus, fällt auch die Antenne aus. Normalerweise würden Mobilfunkanbieter in so einer Situation zunächst versuchen, umliegende Mobilfunkstationen so auszurichten, dass sie den Ausfall vorübergehend möglichst kompensieren oder zumindest teilweise kompensieren. Die Qualität der Verbindung würde dadurch zwar schlechter, aber die Menschen könnten sich wenigstens gegenseitig kontaktieren. Doch diese Möglichkeit entfällt, wenn – wie im aktuellen Fall – in vielen Regionen gleich mehrere Mobilfunkstationen betroffen sind.

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Verhindern lassen sich solche Netzausfälle in einer solchen Extremlage daher auch kaum. „Die Festnetz- und Mobilfunk-Infrastruktur ist gegen ,normale’ Unwetter gut geschützt, gegen extreme Situationen wie im Ahrtal und der Eifel gibt es keinen wirksamen Schutz“, sagte ein Telekom-Sprecher. Ähnlich sieht man die Lage bei Vodafone. Beide Unternehmen betonen daher, dass man aktuell alles daran setze, dass die Kunden so schnell wie möglich wieder ihre Anschlüsse nutzen können. „Uns ist bewusst, dass es nicht nur um die technische Wiederherstellung von lokalen Netzelementen geht, sondern um Kunden, die gerade in dieser besonderen Situation klare Kommunikationsbedürfnisse haben“, heißt es bei Vodafone.

Am Freitagabend meldete sich daher auch Vodafone-Deutschland-Chef Hannes Ametsreiter zu Wort und kündigte an, dass man mittels mobiler Basisstationen und sogenannter Instant Networks schnell für Hilfe sorgen werde: „Aus ganz Deutschland ziehen wir gerade mobile Funk-Stationen zusammen. Sie kommen mit Spezial-Transportern ins Katastrophengebiet und sollen dort rasch wieder Empfang liefern, wo das Wasser unsere Stationen zerstört oder unzugänglich gemacht hat“, sagte Ametsreiter. Betroffene Kunden sollten zudem 100 Gigabyte Datenvolumen auf ihre Handys gebucht bekommen.