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Düsseldorf: Unternehmer warnen Politik vor Arbeitsmarktregulierung

Düsseldorf : Unternehmer warnen Politik vor Arbeitsmarktregulierung

Werkverträge, Leiharbeit, befristete Arbeitsverträge - für die Gewerkschaften ist das Teufelszeug, für das Management ein willkommenes Hilfsmittel, um konjunkturelle Schwankungen und kurzfristige Auftragsspitzen abzufedern. Die Sorge im Unternehmerlager wächst, dass die schwarz-rote Regierung den Flexibilitätsinstrumenten künftig einen Riegel vorschieben könnte.

"Der Koalitionsvertrag liest sich wie ein ,Best of' wünschenswerter Regelungen im Arbeitsrecht - jedenfalls dann, wenn man ihn durch die Brille eines Arbeitnehmers liest", warnte Unternehmer-Präsident Horst-Werner Maier-Hunke beim dritten Arbeitsrechtsforum der Landesvereinigung der Unternehmensverbände NRW. 300 Arbeitsrechtler, Arbeitgebervertreter und Gewerkschafter diskutieren dort noch bis heute Abend über die Zukunft flexibler Beschäftigungsformen. Die schwarz-rote Arbeits-agenda sei "ein einziger Belastungstest für die Wirtschaft." Konkret nannte Maier-Hunke unter anderem den Mindestlohn, geplante Einschränkungen bei Werkverträgen und Zeitarbeit, die Frauenquote und ein Rückkehrrecht für Teilzeitkräfte auf eine Vollzeitstelle. "Die Unternehmen werden massiv zusätzlich belastet, ihre erforderliche Flexibilität weiter eingeschränkt." Die Pläne der Regierung hätten für die Unternehmen eine klare Botschaft: mehr Bürokratie.

Schützenhilfe bekam der Unternehmer-Präsident von Rainer Ludwig, Personal-Geschäftsführer beim Autobauer Ford in Köln. Die Unternehmen würden - bis auf wenige Ausnahmen - mit den flexiblen Beschäftigungsmodellen fair umgehen, sagte Ludwig. Er kritisierte zugleich die leichtfertige Verwendung des Begriffs "prekär" in Deutschland. Der Begriff sei viel mehr geeignet für Arbeitsverhältnisse in Bangladesch, wo es unzureichenden Arbeitsschutz, schlechte Vergütung und Absicherung gebe.

(RP)