1. Wirtschaft
  2. Unternehmen

SinnLeffers: Zukunft bleibt ungewiss

SinnLeffers : Zukunft bleibt ungewiss

Düsseldorf (RPO). Die Bekleidungskette SinnLeffers steht nach ihrem Insolvenzantrag weiter vor einer ungewissen Zukunft. Der zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte Sanierungsexperte und Rechtsanwalt Horst Piepenburg sagte am Freitag in Düsseldorf, das Unternehmen werde "nicht so aus der Insolvenz herausgehen, wie es reingegangen ist".

Angaben zu einem möglichen Stellenabbau bei den derzeit rund 4100 Beschäftigten oder zu Schließungen bei den 47 Filialen machte er nicht. Erst Mitte September könne er konkrete Angaben zur weiteren Zukunft des Unternehmens machen.

SinnLeffers hatte am Donnerstag beim Amtsgericht Hagen einen Antrag auf eine sogenannte Plan-Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Das Unternehmen mit rund 4100 Mitarbeitern und 47 Filialen war nach eigenen Angaben aufgrund der Kaufzurückhaltung der Verbraucher und zu hoher Mieten in eine wirtschaftliche Schieflage geraten. Mit der Plan-Insolvenz will das Unternehmen aus eigener Kraft mit Unterstützung des vom Gericht bestellten Sachwalters eine drohende Zahlungsunfähigkeit abwenden. Aufsichtsratschef Peter Zühlsdorff hatte das Unternehmen als im Kern gesund bezeichnet.

Piepenburg kündige an, zügig einen Insolvenzplan zu entwickeln, mit dem das Unternehmen saniert werden könne. Als Beitrag zu einer "sehr stabilen Situation" wertete er, dass die Deutsche Industrie-Holding (DIH) als alleiniger Eigentümer von SinnLeffers das Unternehmen erhalten wolle. Darüber hinaus gebe es weiterhin Vertrauen in die amtierende Geschäftsführung.

Hauptschwachpunkte bei SinnLeffers sind Piepenburg zufolge die zu hohen Mieten sowie einzelne Filialen mit zu niedrigen Umsätzen. Ein "schwacher Standort" müsse aber nicht zwingend geschlossen werden, sondern könne auch mit wenigen Mitteln wieder in Fahrt gebracht werden. Piepenburg fügte hinzu: "Wir müssen jetzt erst analysieren und dann entscheiden."

Piepenburg setzt nach eigenen Worten auf eine "flexible Verhandlung" mit den einzelnen Gläubigergruppen, zu denen 20 Vermieter sowie Lieferanten, die Beschäftigten und Betriebsrentner gehörten, die aus der betrieblichen Altersvorsorge heraus Ansprüche an das Unternehmen hätten. "Wir müssen einen Plan entwickeln, wie man mit den Gläubigergruppen umgeht", fügte er hinzu. Mit den Lieferanten gebe es bereits Gespräche über die Lieferung der Herbstware, damit SinnLeffers sein Geschäft fortführen könne.

Die durch den Insolvenzantrag geschaffene Möglichkeit, bestehende Mietverträge innerhalb von drei Monaten zu kündigen, beurteilte Piepenburg zurückhaltend. Als Folge könnten die Vermieter Ansprüche über die Restlaufzeit der Verträge stellen, wodurch eine "enorme Summe plötzlich als Passiva in die Bilanz reinknallt". Die Vermieter hätten aber ein "besonderes Interesse" daran, dass es mit SinnLeffers weitergehe, damit die Mieten weiter gezahlt würden.

  • Unternehmen zahlungsunfähig : SinnLeffers-Mitarbeiter bangen um ihre Jobs
  • Bekleidungskette : Insolvenzverwalter bei SinnLeffers ernannt
  • Remscheid : Bei SinnLeffers herrscht Hoffnung

Piepenburg lobte zugleich die "professionelle Vorbereitung" der Geschäftsführung. Der Antrag auf Plan-Insolvenz sei nicht "überhastet" gestellt worden und die notwendigen Unterlagen für die Bearbeitung des Falls gut aufbereitet.

(afp2)