Facebook-Finanzen werden offen gelegt: Zuckerberg nahm beim Börsengang 2,3 Milliarden Dollar ein

Facebook-Finanzen werden offen gelegt : Zuckerberg nahm beim Börsengang 2,3 Milliarden Dollar ein

Um die Finanzen des größten Sozialen Netzwerkes ranken sich Gerüchte. Nun wurde bekannt, dass Facebook-Chef Mark Zuckerberg beim Börsengang seines Unternehmens im vergangenen Jahr durch das Ziehen persönlicher Aktienoptionen kurz zuvor 2,3 Milliarden Dollar (1,8 Milliarden Euro) eingenommen hat.

Das geht aus Mitteilungen an die Aufsichtsbehörde hervor, die am Freitag veröffentlicht wurden. Die fälligen Steuern dafür brachte er auf, indem er gleich wieder 30,2 Millionen der 60 Millionen Aktien zu je 38 Dollar verkaufte. Insgesamt waren das 1,1 Milliarden Dollar.

Die Facebook-Aktie hat seit dem Börsengang im vergangenen Mai nicht mehr über 38 Dollar geschlossen. Am Freitag kostete sie 26,85 Dollar. Auf dem Papier hat die Kursentwicklubng Zuckerberg 7 Milliarden Dollar gekostet, wenn man von den 609,5 Millionen Aktien ausgeht, die er am 31. März besaß. Sein Anteil ist aber immer noch 16,4 Milliarden Dollar wert.

Dass Zuckerberg kurz vor dem Börsengang Aktienoptionen ausgeübt hat, war bereits bekannt. Am Freitag wurden aber erstmals Zahlen zu dem Vorgang veröffentlicht.

Geldregen für Sandberg

Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg war im vergangenen Jahr die bestbezahlte Managerin des weltgrößten Online-Netzwerks. Sie bekam für 2012 eine Vergütung von insgesamt 26,2 Millionen Dollar, wie aus einem am Freitag veröffentlichten Bericht von Facebook hervorgeht. Davon entfielen allerdings 25,6 Millionen Dollar auf ein Aktienpaket. Die Dienste von Gründer und Konzernchef Mark Zuckerberg waren Facebook im vergangenen Jahr gut 1,99 Millionen Dollar wert. Der Großteil davon - über 1,2 Millionen Dollar - ging für die Flüge mit Charter-Flugzeugen drauf, die der 28-Jährige aus Sicherheitsgründen nutzen muss.

Von diesem Jahr an hat sich Zuckerberg sein Gehalt von 500.000 auf nur noch einen Dollar kappen lassen und wird auch keine Boni mehr bekommen. Sein Reichtum sind ohnehin vor allem die über 600 Millionen Facebook-Aktien, die er hält. Beim Börsengang im vergangenen Mai hatte er nur etwa 30 Millionen Anteilsscheine verkauft, um Steuern auf seinen Aktienbesitz zu bezahlen. Sandberg hält knapp 18 Millionen Aktien und hat für die kommenden Jahre Aussicht auf mehr.

Das im Jahr 2004 gegründete Netzwerk hat nach eigenen Angaben mehr als eine Milliarde Nutzer weltweit. Im Mai vergangenen Jahres wagte das Unternehmen den Börsengang, der aber enttäuschend verlief. Kritiker bemängeln, dass das Unternehmen noch kein überzeugendes Geschäftsmodell vorgelegt habe.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Facebook Home im Kurz-Test

(dpa/afp/ap/felt)
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