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Inflation und steigende Kosten: Zahnärzte wollen deutlich mehr Honorar

Inflation und steigende Kosten : Zahnärzte wollen deutlich mehr Honorar

Berlin (RPO). Die Zahnärzte verlangen deutlich mehr Geld. Die private Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) müsse dem "aktuellen wissenschaftlichen Stand der Zahnmedizin" angepasst und die Entwicklung der Kosten berücksichtigt werden, erklärten Bundeszahnärztekammer und Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung in Berlin.

Immerhin sei die Inflationsrate in den vergangenen 23 Jahren um insgesamt 60 Prozent gestiegen, während die Zahnarztpreise seit 1988 unverändert seien. Beide Verbände wiesen aber einen Bericht der "Bild"-Zeitung zurück, wonach die Zahnärzte eine sofortige Anhebung der Honorare um 69 Prozent verlangen. Die von der Zeitung genannten Zahlen seien "so nicht richtig".

Das Gesundheitsministerium hatte derart hohe Forderungen bereits als unrealistisch zurückgewiesen. "Sie erschweren unnötig die anstehenden Beratungen zu einer Novellierung der Gebührenordnung für Zahnärzte", erklärte ein Ministeriumssprecher.

Nach der GOZ werden die zahnärztlichen Leistungen für Privatpatienten abgerechnet. Die Gebührenordnung wird staatlich festgelegt. Über eine Reform wird bereits seit Jahren gesprochen - ähnlich wie bei der ärztlichen Gebührenordnung. Laut "Bild" wollen Experten aus dem Bundesgesundheitsministerium noch im Februar die Verhandlungen über die Novelle beginnen.

Die Zeitung zitierte eine Studie des Wissenschaftlichen Instituts der Privaten Krankenversicherung, wonach die Vergütungen nach der GOZ schon heute um etwa 70 Prozent über den Honoraren für Kassenpatienten lägen. Das trifft auch gesetzlich Versicherte, die Leistungen selbst zahlen. Diese werden ebenfalls nach der GOZ abgerechnet.

(apd/csi)