Bosch Car Service in Xanten Vom Lehrling zum Chef

Serie | Xanten · Hendrick Vogt hat vor wenigen Jahren seine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker im Bosch Car Service in Xanten gemacht. Mittlerweile ist er Meister. Und jetzt hat er die Autowerkstatt von Bernd Ringlstetter übernommen.

 Das Team um den alten und den neuen Chef (v.l.): Simone Vogt, Hendrick Vogt, Petra und Bernd Ringlstetter, Andreas Schoofs, Luis Laakmann, Tobias Ries. An der Halle wird auch der Name ausgetauscht. 

Das Team um den alten und den neuen Chef (v.l.): Simone Vogt, Hendrick Vogt, Petra und Bernd Ringlstetter, Andreas Schoofs, Luis Laakmann, Tobias Ries. An der Halle wird auch der Name ausgetauscht. 

Foto: Armin Fischer (arfi)

Der Bosch Car Service in Xanten hat einen neuen Inhaber. Bernd Ringlstetter, der die Werkstatt vor 34 Jahren gegründet und seitdem geführt hat, hat sie zum Jahreswechsel an Hendrick Vogt übergeben. Für die Kunden hat sich dadurch nichts geändert, denn sie kennen den neuen Inhaber bereits seit einigen Jahren: Der 25-Jährige hat sein Handwerk hier gelernt, wurde von 2015 bis 2019 in der Xantener Bosch-Werkstatt zum Kfz-Mechatroniker ausgebildet und arbeitete dort auch wieder, nachdem er 2019 und 2020 innerhalb eines Jahres seinen Meister gemacht hatte.

1989 ist die Werkstatt eröffnet worden. Zunächst war sie an der Trajanstraße, 2015 ist sie an die Sonsbecker Straße umgezogen. Sie bietet „den kompletten Service rund ums Auto“ an, erklärt Vogt und zählt beispielhaft auf: Inspektion, Diagnose, Reparaturen, Hauptuntersuchung, Abgasuntersuchung und Nachrüstungen.

„Den vollen Service rund ums Auto“ bietet die Werkstatt an, sagt der neue Inhaber Hendrick Vogt.

„Den vollen Service rund ums Auto“ bietet die Werkstatt an, sagt der neue Inhaber Hendrick Vogt.

Foto: Armin Fischer (arfi)

Diesen Service bieten er und sein Team mit der zertifizierten Bosch-Qualität und Hersteller-Garantie an, aber nicht nur für alle Automarken, sondern auch für leichte Nutzfahrzeuge bis 7,5 Tonnen, also Transporter, Kastenwagen und Wohnmobile. Dafür hat er im vergangenen Sommer in eine neue Hebebühne investiert. Dadurch kann die Werkstatt auch diese Fahrzeuge leichter durchchecken und reparieren. Damit reagiert der junge Chef auf eine wachsende Nachfrage in einem boomenden Markt: Die Anzahl der Wohnmobile in Deutschland ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen.

Dass er beruflich einmal etwas mit Getriebe und Motor machen würde, war früh klar gewesen: „Ich habe schon immer gern geschraubt“, berichtet Vogt. Nach dem Fachabitur habe er deshalb etwas in diese Richtung studieren wollen. Um an der Hochschule angenommen zu werden, habe er jedoch ein Praktikum vorweisen müssen. Also habe er bei Ringlstetter gearbeitet – und nach den zwei Wochen habe er seine Pläne für ein Studium gestrichen und stattdessen die Ausbildung begonnen. Nach der Lehre und dem Meisterjahr sei er dann von Ringlstetter gefragt worden, ob er sich vorstellen könne, wieder im Bosch Car Service zu arbeiten und die Werkstatt perspektivisch zu übernehmen. Er habe sich alles angesehen und sich mit der Familie beraten. Zu Hause habe er von allen Seiten Rückendeckung bekommen. Also habe er zugesagt.

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Foto: dpa/Martin Schutt

„Ich komme aus einer Familie von Selbstständigen“, sagt Vogt. Mutter, Vater, Onkel, auch andere Mitglieder der Familie hätten alle ihren eigenen Betrieb, zum Beispiel in der Landwirtschaft, in der Altenpflege oder im Handwerk. „Ich kenne von zu Hause aus nur die Selbstständigkeit.“ Sicher, als Chef müsse man auch schon mal am Sonntag arbeiten und man trage die Verantwortung für alles, auch für Fehler, die passierten. „Lehrgeld musste ich auch schon zahlen, aber daraus lernt man.“ Und man sei sein eigener Chef. „Man entscheidet selbst, wie man den Betrieb führen möchte.“

Falls der junge Unternehmer dafür einmal Rat braucht, kann er sich nicht nur an seine Familie wenden, sondern auch an seinen früheren Chef: „Ich helfe noch ein bisschen mit“, sagt Bernd Ringlstetter. „So, wie er mich braucht.“ Somit gehört er weiter zum fünfköpfigen Team in der Bosch-Werkstatt an der Sonsbecker Straße, auch wenn er sich langsam herausziehen will. Für die Übernahme seines Betriebs habe er noch andere Kandidaten gehabt, erzählt Ringlstetter. Die anderen Bewerber seien auch gut gewesen. Aber mit Hendrick Vogt „hat einfach alles gepasst“. Also habe er seine Werkstatt in dessen Hände übergeben.