Whiskey Jack Daniel's wird teurer - Reaktion auf Handelsstreit zwischen EU und USA

Preiserhöhung angekündigt : Auch Jack Daniel's reagiert auf EU-Vergeltungszölle

Whiskey der Marke Jack Daniel's dürfte für Kunden in Europa bald teurer werden - schuld ist der Handelsstreit zwischen den USA und der EU.

„Wir werden die Preise in den nächsten Monaten erhöhen“, bestätigte ein Sprecher des Spirituosenkonzerns Brown-Forman aus Louisville im US-Bundesstaat Kentucky am Dienstag auf Nachfrage. Grund seien die zusätzlichen EU-Zölle in Höhe von 25 Prozent, die als Vergeltungsmaßnahme für von der US-Regierung verhängte Strafzölle beschlossen worden seien. Allerdings werde diese zusätzliche Abgabe nicht sofort und auch nicht in voller Höhe bei den Kunden ankommen.

Da Jack Daniel's und die anderen Marken des US-Konzerns mit einigem Vorlauf nach Deutschland und Europa geliefert würden, dürfte es mehrere Monate dauern, bis sich die Preiserhöhungen im Handel niederschlagen. Und auch dann dürfte sich der Whiskey für Endkonsumenten nur um rund zehn Prozent verteuern, so der Sprecher. Bei Brown-Forman hoffe man zudem auf eine rasche Einigung im Konflikt zwischen US-Präsident Donald Trump und der EU, durch den die geplanten Preissteigerungen letztlich gar nicht nötig würden.

Am Montag hatte schon Harley-Davidson angekündigt, dass der Motorradhersteller auf den Handelsstreit reagiert und wegen der EU-Vergeltungszölle auf amerikanische Waren einen Teil seiner Produktion aus den USA ins Ausland verlagert. Dadurch solle eine Preiserhöhung für Kunden in Europa vermieden werden, teilte das Unternehmen mit. US-Präsident Donald Trump reagierte verärgert. Für ihn ist der Schritt des weltbekannten Motorradherstellers ein Rückschlag, hatte er doch seine Zollpolitik stets mit dem Prinzip „Amerika zuerst“ begründet. Eines seiner erklärten Ziele war demnach, Unternehmen dazu zu bewegen, mehr in den USA zu produzieren und neue Jobs zu schaffen - oder zumindest den Status quo zu erhalten. Dass Harley-Davidson nun wegen des von ihm initiierten Handelskonflikts Teile der Produktion ins Ausland verlagern will, konterkariert die Strategie des Weißen Hauses.

(wer/dpa)
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