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EU-Kommission setzt engen zeitlichen Rahmen: WestLB unter Zeitdruck

EU-Kommission setzt engen zeitlichen Rahmen : WestLB unter Zeitdruck

Die Diskussion um die Zukunft der WestLB spitzt sich offenbar zu. Die EU-Kommission will dem Institut nach Informationen aus dem Umfeld der Eigentümer nur noch bis zum Jahresende Zeit lassen, Veränderungen im Eigner-Kreis einzuleiten.

Bis dahin soll die Bank der Kommission eine Art Absichtserklärung für die Beteiligung eines privaten Investors oder für den Zusammenschluss mit einer oder mehreren Landesbanken vorlegen.

Warum Brüssel einen solchen Zeitdruck aufbaut und ob ein solcher Zeitplan überhaupt zu halten ist, bleibt offen. "Bei der EU-Kommission gibt es einen regelrechten Hass auf das deutsche System und die WestLB”, hieß es gestern ­ auch vor dem Hintegrund, dass die ehemalige Landesbank wegen des Wohnungsbaufördervermögens in ihrer Bilanz vor Jahren schon einmal am Pranger der Wettbewerbshüter stand.

Die Kommission müsse aber zur Kenntnis nehmen, dass übergroße Eile auch zur Wertvernichtung führen könne. Jeder potenzielle neue Investor würde in dem Wissen um die Zeitnöte der WestLB-Eigentümer versuchen, den Kaufpreis zu drücken, was zu Wertverlusten bei den Eigentümern führen würde, hieß es.

Offenbar sind schon Gespräche im Gange, die Kommission zu einer Verlängerung der kurzen Frist zu bewegen. Die Sparkassen im Rheinland und in Westfalen haben ihre 25-Prozent-Pakete mit zusammengerechnet 2,4 Milliarden Euro in den Büchern stehen, der Landesanteil von 38 Prozent ist bei der Förderbank NRW.Bank mit 2,2 Milliarden Euro bilanziert.

Im Gespräch war zuletzt als Alternative zu einem privaten Investor ein Dreier-Bündnis aus der WestLB, der hessisch-thüringischen Landesbank Helaba und der sparkasseneigenen Deka-Bank. Versuche, mit der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) oder der Helaba zusammenzukolmmen, waren in der Vergangenheit gescheitert. Aber auch die Gespräche mit der Deka seien derzeit schwierig, hieß es gestern.

Die EU-Kommission will die milliardenschweren Rettungsbeihilfen für dei WestLB nur genehmigen, wenn die bisherigen Eigentümer der Bank ihre Mehrheit an dem Unternehmen abgeben und sich das Geschäftsmodell gravierend verändert. Die Bilanzsumme der Bank wird dabei um mehr als ein Viertel schrumpfen müssen. Bereits vor einigen Monaten hatte das Unternehmen den Abbau von mindestens 1300 Arbeitsplätzen angekündigt.

(RP)