Verlust von 531 Millionen Euro in 2009: WestLB setzt auf Neuanfang

Verlust von 531 Millionen Euro in 2009: WestLB setzt auf Neuanfang

Düsseldorf (RPO). Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat die WestLB hart getroffen: Nach tiefroten Zahlen stehen die Zeichen bei der krisengeschüttelten Landesbank nun auf Neuanfang. Über eine halbe Milliarde Euro Verlust musste die drittgrößte Landesbank im Geschäftsjahr 2009 verbuchen.

Schuld seien die Rezession und die Kosten für den Umbau des Geldinstituts, erklärte der Vorstand am Dienstag. Seine Hoffnung setzt WestLB-Chef Dietrich Voigtländer nun vor allem auf die kurz vor dem Abschluss stehende Aufspaltung des Instituts in eine Bad Bank und die neue Kernbank.

Im Kerngeschäft sei die WestLB operativ gut vorangekommen und fest im Markt verankert, sagte er bei der Vorstellung der Bilanzzahlen. Das bereinigte Ergebnis vor Steuern der Kernbank, die nun möglichst mit anderen Landesbanken verschmolzen werden soll, lag 2009 bei 292 Millionen Euro. Im Jahr 2014 sehen die mittelfristigen Planungen wieder ein Ergebnis vor Steuern von knapp 500 Millionen Euro vor. 2008 hatte die Bank dank des Rettungsschirms ihrer Eigentümer mit einem Mini-Gewinn von 18 Millionen Euro abgeschlossen.

Konsolidierungsprozess vorantreiben

Voigtländer erklärte, vor allem den Konsolidierungsprozess der Landesbanken vorantreiben zu wollen. Nun gelte es, die sich bietende Chance für eine grundlegende Neuaufstellung der Landesbanken zu nutzen, betonte er. "Wir tun alles, um hier einen gemeinsamen Weg zu finden und sind dafür auch bereit, Kompromisse einzugehen", sagte der WestLB-Chef. Bis Ende 2011 muss die WestLB, die derzeit im Besitz des Landes Nordrhein-Westfalen und der nordrhein-westfälischen Sparkassenverbände ist, einen neuen Eigentümer finden. Die EU-Kommission fordert den Verkauf im Gegenzug zur Genehmigung des milliardenschweren Rettungsschirms ihrer Besitzer.

Die WestLB war durch Fehlspekulationen und die Finanzkrise in die Klemme geraten. Als erste deutsche Bank lagert sie auch mit Hilfe des Bundes bis Ende April Risikopapiere und nichtstrategische Geschäftsfelder im Wert von 85 Milliarden Euro aus.

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Ausbau des Kundengeschäfts

Neben der Aufspaltung steht in den kommenden Monaten nach Angaben Voigtländers aber auch der Ausbau des Kundengeschäfts im Fokus. Trotz der schwierigen Marktbedingungen seien die Erträge im operativen Bereich bereits deutlich gestiegen, erklärte er. So lag 2009 etwa der Zinsüberschuss mit 1,86 Milliarden Euro um 652 Millionen über dem Vorjahresergebnis.

Negativ zu Buche schlug dagegen die Risikovorsorge gegen mögliche Kreditausfälle: Sie musste um 317 Millionen auf 796 Millionen Euro deutlich aufgestockt werden. Hinzu kamen Aufwendungen wegen der Veräußerung von Tochterunternehmen.

Teil der EU-Auflagen ist auch die Straffung des Standortnetzes und die Trennung von Beteiligungen. Derzeit läuft dem Vorstand zufolge die Bieterrunde für die WestImmo. Der Verkaufsprozess sei im Plan, für die nächste Runde sei bereits eine Handvoll Bieter ausgewählt worden sei, hieß es.

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(AP/felt)