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Tarifkonflikt zwischen GDL und Bahn: Weselsky: Lösung vor Weihnachten möglich

Tarifkonflikt zwischen GDL und Bahn : Weselsky: Lösung vor Weihnachten möglich

Der Chef der Lokführergewerkschaft GDL, Claus Weselsky, hält eine Lösung des Tarifstreits mit der Deutschen Bahn noch vor Weihnachten für möglich. "Sicherlich ist eine Einigung möglich", dafür müsse aber "endlich" über Inhalte gesprochen werden, forderte Weselsky am Montag im ZDF-"Morgenmagazin".

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) sei "kompromissbereit". Er sei sich bewusst, dass bei einer Forderung von fünf Prozent mehr Lohn solch ein Gehaltsplus am Ende der Tarifgespräche nicht herauskomme.

Ein konkreter Gesprächstermin war gestern noch nicht in Sicht. Die Lokführer-Gewerkschaft GDL erklärte sich zu zeitgleichen, aber getrennten Verhandlungen der Deutschen Bahn mit ihr und der konkurrierenden Gewerkschaft EVG bereit. Der Streik der GDL-Mitglieder hatte bis Samstag 18 Uhr den Güter- und Personenverkehr stark beeinträchtigt. Gestern fuhren rund 60 Prozent der laut Fahrplan vorgesehenen Züge. Heute sollen im Personenverkehr alle Züge wieder nach Plan fahren. Im Güterverkehr werde es noch einige Tage dauern, teilte die Bahn mit.

Bahnchef Rüdiger Grube forderte, die Verhandlungen müssten schnell wiederaufgenommen werden. "Wir haben viele Kompromiss-Angebote gemacht, jetzt liegt der Ball im Feld der GDL", sagte Grube der "Bild am Sonntag." Er verband dies mit Vorwürfen an GDL-Chef Claus Weselsky: "Ich bin verärgert über GDL-Chef Weselsky, weil er das Prinzip der Verhältnismäßigkeit zwischen den Sozialpartnern verletzt."

Kern des Konflikts ist der Anspruch der GDL, auch über die Löhne und Arbeitsbedingungen der Zugbegleiter zu verhandeln. Das lehnt die Bahn ab, da für die Zugbegleiter bisher die konkurrierende EVG die Tarifabschlüsse gemacht hat. Im öffentlichen Dienst bringen sogenannte 3G-Verhandlungen am gleichen Ort, zur gleichen Zeit mit dem gleichen Arbeitgeber in vielen Fällen konkurrierende Gewerkschaften unter einen Hut.

Die Bahn hatte GDL und EVG derartige Verhandlungen bereits vorige Woche angeboten und damit einen Vorschlag des Deutschen Beamtenbundes (dbb) aufgegriffen, zu dem die GDL gehört.

(AFP)