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Weseler Altana hilft Behörden in Corona-Krise mit Desinfektionsmittel

Spezialchemie-Hersteller aus Wesel : Altana hilft mit Desinfektionsmittel

Das Coronavirus trifft auch den Spezialchemie-Anbieter. Kurzarbeit ist denkbar. Am Freitag machte der Konzern sein Jahresergebnis bekannt.

Die Ausbreitung des Coronavirus und die damit verbundnen wirtschaftlichen Verwerfungen treffen auch Altana hart. Bislang sah das Spezialchemie-Unternehmen noch keinen Anlass, seine Mitarbeiter in Kurzarbeit zu schicken. Gleichwohl setze man sich bereits gedanklich mit dem Thema auseinander, sagte Altana-Chef Martin Babilas bei der Vorstellung der Bilanz am Freitag. Der Produktionsstopp in der Automobil-Industrie, den einige Hersteller wie Volkswagen angekündigt haben, wird auch Auswirkungen auf das Geschäft von Altana haben, deren Produkte unter anderem bei der Fahrzeuglackierung zum Einsatz kommen. „Es ist nur eine Frage von Wochen oder gar Tagen, bis sich diese Entwicklung in unseren Auftragsbüchern niederschlagen wird“, sagte Babilas.

Gleichzeitig hilft das Unternehmen jedoch in der Region auch beim Kampf gegen die Ausbreitung des Virus. „Wir haben auf lokaler Ebene Anfragen von Behörden bekommen, mit Desinfektionsmitteln auszuhelfen“, sagte Babilas. Das Unternehmen setzt in seinen Produktionsprozessen den Alkohol Isopropanol ein, der wie ein Desinfektionsmittel wirkt. Mit einem Teil der Bestände habe man standortnah bei der Bekämpfung von Engpässen geholfen, heißt es im Unternehmen.

Eine Prognose, wie sich das Geschäft in diesem Jahr entwickeln wird, will Babilas angesichts der rasanten Entwicklung der Ereignisse nicht abgeben. Mut macht dem Geschäftsführer die Situation in China, wo man kurz nach dem Jahreswechsel die Produktion wegen des Coronavirus vorübergehend stoppen musste. „Dort laufen unsere Standorte inzwischen wieder weitestgehend normal“, sagt Babilas, der auch froh darüber ist, dass man trotz weltweit rund 6500 Mitarbeitern bislang noch keinen offziell bestätigten Corona-Fall im Unternehmen zu verzeichnen hatte.

Obwohl der Umsatz im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr von rund 2,3 auf rund 2,25 Milliarden Euro leicht zurückging und der Gewinn (Ebit) sogar um knapp elf Prozent auf 262 Millionen Euro sank, sieht Babilas das Unternehmen gut aufgestellt für die Zukunft. Ein Grund: Altana verfügt über viel Eigenkapital und hat gleichzeitig überschaubare Schulden. „Wir sind gerüstet, den Herausforderungen zu begegnen“, so der Geschäftsführer.