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Wenning verabschiedet sich von Bayer

Nach über 50 Jahren : Wenning verabschiedet sich von Bayer

Das Urgestein des Chemiekonzerns legt sein Amt als Aufsichtsrats-Chef nach der Hauptversammlung nieder. Sein Nachfolger wird der frühere PWC-Chef Norbert Winkeljohann.

Paukenschlag bei Bayer: Der langjährige Aufsichtsrats-Chef Werner Wenning (73) legt vorzeitig sein Amt nieder. Das Urgestein des Chemie- und Pharmakonzerns will mit Ablauf der Hauptversammlung am 28. April aus dem Amt ausscheiden. Das teilte der Konzern mit. Sein Nachfolger soll der ehemalige Chef der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers, Norbert Winkeljohann, werden.

Wenning war über 50 Jahre für Bayer tätig, einst fing er in seiner Heimatstadt als Lehrling zum Industrie-Kaufmann an und arbeitet sich zum Vorstandsvorsitzenden hoch. Seit 2012 leitete er den Aufsichtsrat und ist eigentlich bis 2022 gewählt. „Meine persönliche Lebensplanung sah eigentlich vor, dass ich mich schon im vergangenen Jahr mit Erreichen der Soll-Altersgrenze gemäß Geschäftsordnung des Aufsichtsrats zurückziehen wollte“, erklärte Wenning. Der Aufsichtsrat habe ihn im Hinblick auf die damalige Lage der Gesellschaft aber gebeten, weiter zur Verfügung zu stehen. „Diesem Wunsch bin ich aus meiner tiefen Verbundenheit zum Unternehmen gerne nachgekommen“, so Wenning.

Bayer war nach der Übernahme des US-Konzerns Monsanto in schweres Fahrwasser gekommen. Zehntausende Amerikaner haben den Konzern wegen des Unkrautvernichters Glyphosat verklagt. Der Aktienkurs war eingebrochen. Nun rückt ein Vergleich und damit ein Ende des Schreckens näher. „Im Hinblick auf die Handhabung der rechtlichen Themen in den USA haben wir Fortschritte gemacht“, so Wenning. Daher sei jetzt ein guter Zeitpunkt, das Amt an einen Nachfolger zu geben.

Winkeljohann (62) gehört dem Bayer-Aufsichtsrat seit Mai 2018 an und rückt nun an die Spitze. Die durch Wennings Ausscheiden freiwerdende Stelle im Aufsichtsrat soll der ehemalige Tui-Finanzvorstand, Horst Baier (63), übernehmen.

Der Chef des Betriebsrates, Oliver Zühlke, erklärte: „Herr Wenning hat Bayer über viele Jahre geprägt. Wir sind ihm zu großem Dank verpflichtet – auch dafür, dass er sich 2019 bereiterklärt hat, seine Amtszeit noch einmal zu verlängern.“ Bayer will bei dem Abbau von 12.000 Stellen weltweit in Deutschland ohne Kündigungen auskommen.Wenning hatte stets die Belegschaft mitgenommen und seinem Ziehsohn, Bayer-Chef Werner Baumann, den Rücken gestärkt. Beide zusammen hatten den Monsanto-Deal eingefädelt.