Weltweites Ranking von BarthHaas Eine der größten Brauereien liegt in NRW

Düsseldorf · Insgesamt ist der Bierausstoß der weltweit größten Braukonzernen im vergangenen Jahr gesunken. Eine Brauerei aus Deutschland stellt sich allerdings gegen den Trend. An der Spitze der Liste stehen Unternehmen aus Nachbarländern.

Unter den weltweit 40 größten Brauereigruppen finden sich sechs deutsche Unternehmen.

Unter den weltweit 40 größten Brauereigruppen finden sich sechs deutsche Unternehmen.

Foto: dpa/Felix Hörhager

Die 40 größten Brauereien der Welt haben im vergangenen Jahr rund 162 Milliarden Liter Bier gebraut. Das geht aus neuen Daten des weltgrößten Hopfenhändlers BarthHaas hervor. Insgesamt verringerte sich der Ausstoß der führenden Bierhersteller im Vergleich zum Vorjahr damit um 2,2 Prozent, wie der Großhändler aus Nürnberg mitteilte. Trotz Verlusten dominieren die drei Unternehmen an der Spitze des Rankings eindeutig.

Mit weitem Abstand auf Platz eins steht Anheuser-Busch InBev (AB InBev) aus Belgien mit einem Ausstoß von knapp 506 Millionen Hektolitern – ein Minus von 2,3 Prozent zum Vorjahr. In Deutschland gehören zu der belgischen Unternehmensgruppe unter anderem Diebels, Hasseröder aus Wenigergode im Harz, Beck‘s und die Spaten-Löwenbräu-Gruppe. Platz zwei belegt Heineken aus den Niederlanden mit einer Produktion von 242 Millionen Hektolitern (minus 5,6 Prozent), auf Platz drei folgt der chinesische Konzern China Res. Snow Breweries mit mehr als 111 Millionen Hektolitern (minus 8,7 Prozent) folgt. Zusammengerechnet stehen die drei Player an der Spitze für mehr als die Hälfte des Bierausstoßes der Top 40 Brauereien.

Als größtes deutsches Unternehmen folgt laut dem Bericht mit einigem Abstand die Radeberger Gruppe aus Frankfurt. Sie steht unter anderem hinter den Biermarken Berliner Kindl und Jever. Mit einem Absatz von 10,8 Millionen Hektolitern belegt das Unternehmen Platz 22. Im Ranking der Deutschen Brauer folgt danach die Oettinger Gruppe auf Platz 25 mit einem Absatz von 7,50 Millionen Hektolitern. Die Paulaner Gruppe belegt Platz 28 (6,34 Millionen Hektoliter), die TCB Beteiligungsgesellschaft (unter anderem mit dem Frankfurter Brauhaus, der Feldschlößchen Brauerei in Dresden und der Gilde Brauerei in Hannover) steht mit 5,80 Millionen Hektolitern auf Platz 30. Die Bitburger Braugruppe hat es mit einem Absatz von 5,69 Millionen Hektolitern ebenfalls noch in die Top 40 der Statistik geschafft.

Auch aus NRW ist eine Brauerei in der Liste vertreten: die Krombacher Gruppe mit Sitz in Kreuztal. Sie kam 2023 auf einen Ausstoß von 5,74 Millionen Hektolitern und erreichte damit Platz 31 im Ranking, vor Bitburger. Im Vergleich zum Vorjahr sank der Ausstoß aber bei beiden Brauereien: Während der Absatz bei Bitburger um knapp zwei Prozent schrumpfte, waren es bei Krombacher nur 0,2 Prozent. Die einzige deutsche Brauerei im Ranking, die im vergangenen Jahr zulegen konnte, ist die Paulaner Gruppe: Sie steigerte ihren Ausstoß um 5,7 Prozent und verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr somit um zwei Plätze.

Während der Fußball-Europameisterschaft hoffen die Bierbrauer in Deutschland nun auf steigende Absätze. Große Fußball-Events hätten bereits in der Vergangenheit gezeigt, „dass während der Turnierdauer mehr Bier getrunken wird als sonst in Sommerwochen üblich“, sagt Holger Eichele, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes. Die Lager seien voll, vieles in Sachen Bierkonsum hänge aber auch von gutem Wetter ab. Während der Weltmeisterschaft 2006 sei in Deutschland immerhin rund fünf Prozent mehr Bier verkauft worden, erklärt Eichele. Dabei ist die beliebteste Biersorte der Deutschen noch immer das Pils. Zuwächse verzeichneten andererseits jedoch zuletzt vor allem Hellbiere und alkoholfreie Alternativen.

Insgesamt habe es in der Brauereien-Liste in diesem Jahr wenig Bewegung gegeben, teilt Barthhaas mit. Rund die Hälfte der Brauereien im Ranking hat ihren Sitz in Europa, etwa ein Viertel in Asien. Die Liste mit den 40 größten Brauereien der Welt wird jährlich veröffentlicht. Sie beruft sich auf Zahlen aus den Geschäftsberichten der Brauereien, enthält teilweise aber auch Schätzungen. Zudem wurde ein Teil der Vorjahreszahlen nachträglich korrigiert.