Weltgrößter Ölkonzern Aramco will an die Börse

Weltgrößter Ölkonzern: Aramco will an die Börse

Der saudiarabische Ölkonzern Aramco erwägt einen Börsengang. Das staatliche Unternehmen bestätigte am Freitag entsprechende Äußerungen von Vize-Kronprinz Mohammed bin Salman.

Aramco prüfe "verschiedene Möglichkeiten einer breiteren Kapitalbeteiligung", darunter einen Verkauf von Anteilen oder den Börsengang von Tochterfirmen.

Aramco ist der größte Ölproduzent der Welt und der größte Exporteur. Er sitzt auf Reserven von mehr als 260 Milliarden Barrel (159 Liter) Öl, das ist zehnmal mehr als der US-Konzern ExxonMobil fördern könnte. Aramco liefert rund ein Achtel des weltweiten Ölbedarfs; täglich fördert das Unternehmen im Schnitt 9,54 Millionen Barrel Öl.

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Aramco erklärte, die Vorschläge für einen Börsengang würden nun vom Verwaltungsrat geprüft, der wiederum dem sogenannten Obersten Rat seine Empfehlungen unterbreiten werde. Dieser Oberste Rat kontrolliert Aramco, seitdem das Unternehmen nicht mehr direkt dem Ölministerium unterstellt ist. Die Trennung erfolgte im vergangenen Jahr.

Saudi-Arabien ist der größte Ölexporteur der Welt, und die seit 1935 tätige Aramco (Arabian American Oil Company) ist zuständig für fast alle Ölvorkommen im Wüstenstaat. Der Ölpreis ist seit Mitte 2014 um mehr als 60 Prozent gefallen und sinkt derzeit weiter. Saudi-Arabiens Haushalt weist für 2015 ein Rekorddefizit von umgerechnet 89,2 Milliarden Euro aus; die Prognose für dieses Jahr ist ebenfalls düster.

(felt/AFP)