Weltbild Verlag: Erste Interessenten für insolventen Verlag

Insolventer Verlag : Erste Interessenten für "Weltbild" bekannt

Nach der Insolvenz der Verlagsgruppe Weltbild werden erste Interessenten für das Augsburger Unternehmen bekannt.

Einem Bericht des "Manager Magazin" zufolge ist der Besitzer der Thalia-Kette, Advent, interessiert. Eine Sprecherin des Finanzinvestors wollte den Bericht nicht kommentieren. Auch der Kölner Verlag Bastei-Lübbe bekräftigte sein Interesse. "Sollte es zur Zerschlagung des Unternehmens kommen, könnten wir möglicherweise Teile des Online-Geschäfts weiterführen", sagte Bastei-Vorstandschef Thomas Schierack der "Zeit"-Beilage "Christ und Welt".

Weltbild-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz hatte in der vergangenen Woche erklärt, dass er das der Kirche gehörende Unternehmen möglichst komplett in der Konzernstruktur erhalten wolle. Auf eine Gesamtlösung setzt auch der Betriebsrat, der erneut eine Stiftung als Zukunftskonzept ins Gespräch brachte.

Die Gründung einer Weltbild-Stiftung war in den Jahren vor der Insolvenz aber ebenso wie ein Verkauf gescheitert, da sich die Bischöfe nicht einigen konnten. Die Kirche wollte sich von Weltbild trennen, seit bekanntwurde, dass das Unternehmen auch esoterische und erotische Titel im Angebot hatte.

Die Belegschaft wie auch die Gewerkschaft ver.di kritisierten, dass die Kirche nach langen Diskussionen über die Sanierung den Geldhahn für das Buchhandelsunternehmen zugedreht und damit die Pleite verursacht habe. Weltbild hatte vor knapp zwei Wochen Insolvenz angemeldet. Betroffen sind rund 2200 Mitarbeiter.

(dpa)
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