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Weiterer Kredit für Weltbild-Verlag

Zehn Millionen Euro vom Erzbistum München-Freising : Weiterer Kredit für Weltbild-Verlag

Das Erzbistum München-Freising und die Familie Hugendubel haben sich über einen Kredit geeinigt, der die Fortführung der Filialen des Buchhändlers und der von Weltbild ermöglicht. Eine erste Tranche in Höhe von zehn Millionen Euro sei der Deutschen Buch Handels GmbH (DBH) überwiesen worden.

Dieser Schritt sei mit allen Beteiligten abgesprochen worden, sagte der Sprecher der Erzdiözese, Bernhard Kellner, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Dienstag auf Anfrage. In der DBH ist das Filialgeschäft von Hugendubel und der insolventen Verlagsgruppe Weltbild gebündelt.

Das Erzbistum werde zudem "wohlwollend" die Vergabe einer zweiten Tranche prüfen, erklärte Kellner weiter. Voraussetzung sei die Vorlage eines Sanierungsgutachtens und eines Finanzierungskonzeptes. Beide sollen bis Ende Februar vorliegen. Hugendubel hat ebenfalls eine Stellungnahme im Laufe des Tages angekündigt. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete am Dienstag, dass die Familie Hugendubel in Teilen mit Geld aus ihrem Privatvermögen für das Darlehen haften wolle.

Weiter heißt es in dem Blatt, dass auch die Gläubigerbanken sich mit einem Kredit in Höhe von zehn Millionen Euro an der Fortführung der DBH beteiligen. Somit verbleiben die mehr als 300 Filialen von Hugendubel und Weltbild zunächst unter einem Dach. Mit den Finanzspritzen sollen laut "Süddeutsche Zeitung" "schwerwiegende Folgen" für Tausende Arbeitsplätze verhindert werden.

Am 24. Januar war bekanntgeworden, dass die Erzdiözese der Familie Hugendubel insgesamt 20 Millionen Euro zur Verfügung stellen wolle. Diese Entscheidung wurde von dem Buchhändler begrüßt. In der darauffolgenden Woche war es dann zu Meinungsverschiedenheiten über die Umsetzung eines Rettungsplans für die DBH gekommen.

Möglich ist laut Zeitungsbericht immer noch, dass die Geschwister Hugendubel die Weltbild-Anteile an der DBH übernehmen. Eine Entflechtung der beiden Buchhändler war schon vor der Insolvenz geplant gewesen. Die Hugendubels sollen angeblich schon vor Monaten einen Investor gefunden haben. Da die Kirche aber die Identität dieses Partners nicht kenne, habe sie sich angeblich zusichern lassen, "dass dieser weder in Konkurrenz zu Weltbild steht noch moralisch-sittlich den Lehren der Kirche entgegensteht".

Die 20 Millionen Euro der Erzdiözese sind Teil der von den deutschen Bischöfen zugesagten 65 Millionen Euro, mit denen die katholische Kirche als bisheriger Eigentümer von Weltbild die Folgen der Insolvenz für die Mitarbeiter abmildern will. Das weitere Vorgehen wird mit Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz abgestimmt.

(KNA)