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Vergleich mit Klägern: Weg zur IKB-Rettung frei

Vergleich mit Klägern : Weg zur IKB-Rettung frei

Düsseldorf (RPO). Die angeschlagene IKB hat die Klagen gegen die anstehende Kapitalerhöhung mit einem Vergleich beendet. Damit erzielte das Kreditinstitut mit den verbleibenen acht Klägern eine Einigung und kann die Kapitalmaßnahme durchführen.

Dies teilte die Düsseldorfer Mittelstandsbank in der Nacht zu Dienstag mit. Zuvor waren bereits zwei Anfechtungsklagen, die Minderheitsaktionäre gegen die Kapitalerhöhung erhoben hatten, per Vergleich erledigt worden.

Die Kapitalerhöhung ist für die angeschlagene Mittelstandsbank überlebenswichtig, da sie nach Spekulationen mit hochriskanten US-Kreditderivaten im vergangenen Sommer in Schieflage geraten war. Im Februar dieses Jahres hatte sich die KfW gegenüber der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) bereit erklärt, Aktien zu zeichnen oder die Zeichnung durch Dritte sicherzustellen, um so eine Kapitalerhöhung von 1,25 Milliarden Euro zu gewährleisten.

Bislang war der IKB-Vorstand davon ausgegangen, dass diese Kapitalerhöhung bis Mitte August vollständig durchgeführt werden kann. Doch nun wird sich der Mittelzufluss offenbar verzögern, weil die Europäische Kommission noch entscheiden muss, ob die Beteiligung der KfW Bankengruppe eine Beihilfe darstellt und als solche genehmigt wird. Ein Beschluss wird für September oder Oktober erwartet.

Der Mitteilung zufolge haben IKB und KfW am Montag einen Vertrag über eine weitere besicherte Liquiditätslinie von 1,5 Milliarden Euro geschlossen. Wie es weiter hieß, wird sich die Erstellung des Berichts zum ersten Quartal per Ende Juni voraussichtlich bis in den September verzögern. Zur stichtagsbezogenen Bewertung bestimmter Verbindlichkeiten lägen jedoch schon vorläufige Ergebnisse vor. So sei ein Bewertungsverlust von etwa 500 Millionen Euro im ersten Quartal absehbar.

(afp)