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In konkreten Zahlen: Was Ihnen die Steuerreform bringt

In konkreten Zahlen : Was Ihnen die Steuerreform bringt

Düsseldorf (RP). Die Koalition will die Steuerzahler in zwei Stufen 2013 und 2014 um insgesamt sechs Milliarden Euro entlasten. Bereits 2012 sinkt der Rentenbeitrag, während der Pflegebeitrag 2013 steigt. Per saldo bleibt Arbeitnehmern eine Entlastung. Hier erfahren Sie, wieviel mehr auf dem Konto bleibt.

Die Bundesbürger können sich in den Jahren 2012, 2013 und 2014 auf geringfügige schrittweise Entlastungen bei Steuern und Abgaben einstellen. Union und FDP wollen die Steuerzahler in zwei Stufen 2013 und 2014 um insgesamt sechs Milliarden Euro entlasten. Der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung soll bereits Anfang kommenden Jahres von 19,9 auf 19,6 Prozent der Bruttomonatsgehälter sinken. Da die Pflegeversicherung mit ihrem Geld nicht mehr auskommt, soll allerdings 2013 der Pflegebeitrag um 0,1 Prozentpunkte steigen. Per saldo bleiben Arbeitnehmern und Arbeitgebern durchschnittliche jährliche Entlastungen in dreistelliger Höhe.

Die Koalitionsspitzen hatten sich am Sonntagabend auf ein Konzept zur Steuerentlastung festgelegt. Allerdings kündigten die von SPD und Grünen regierten Bundesländer umgehend eine Blockade im Bundesrat an. "Ich sehe nicht, woher die Bundesregierung für ihre Steuerbeschlüsse eine Mehrheit im Bundesrat bekommen will. Auch die Länder müssen die grundgesetzliche Schuldenbremse einhalten", sagte Baden-Württembergs Finanzminister Nils Schmid (SPD) unserer Redaktion. Wahrscheinlich ist daher im kommenden Jahr die Anrufung des Vermittlungsausschusses von Bundestag und Bundesrat.

Die Kommunen forderten einen Ausgleich für drohende Steuerausfälle. "Viele Städte halten diese neuen Steuereinbußen angesichts ihrer kritischen Haushaltslage für unnötig", sagte Städtetagspräsident Christian Ude (SPD). "Angebracht wäre deshalb ein Ausgleich für diese Steuerverluste der Kommunen, die nach den derzeit vorliegenden Zahlen im Jahr 2013 rund 300 Millionen Euro betragen werden."

Nach den Plänen der Koalition soll der jährliche Grundfreibetrag von derzeit 8004 Euro in zwei Schritten um insgesamt etwa 350 Euro steigen. Der Bund der Steuerzahler rechnete mit einer Anhebung um 110 Euro 2013 und um weitere 240 Euro 2014. Auch soll die kalte Steuerprogression abgemildert werden. Darunter verstehen Finanzexperten, dass die persönliche Steuerlast überproportional ansteigt, nur weil Löhne und Gehälter zunehmen. Um diesen für die Steuerzahler ungünstigen Effekt zu mildern, sollen die Einkommensstufen, ab denen ein Steuersatz gilt, geringfügig nach rechts verschoben und damit leicht erhöht werden.

Nach Berechnungen des Bundes der Steuerzahler würde ein alleinstehender, kinderloser Arbeitnehmer mit einem Durchschnittsverdienst im Jahr von brutto 40.000 Euro in der ersten Stufe 2013 um 76 Euro und in der zweiten Stufe ab 2014 um 235 Euro gegenüber 2011 entlastet. Im besten Fall können gut verdienende Steuerzahler demnach im Jahr 2013 mit 116 Euro und 2014 mit 364 Euro Entlastung rechnen. Im Monat bleiben maximal 54 Euro mehr im Portemonnaie. Womit Sie konkret bei welchem Gehalt rechnen können, erfahren Sie hier in unserer Übersicht.

Entlastet werden Arbeitnehmer und Arbeitgeber bereits im kommenden Jahr durch den geringeren Rentenbeitrag, den sie sich je zur Hälfte teilen. Arbeitnehmer zahlen ab 2012 bis zu 8,40 im Monat oder 100,80 Euro im Jahr weniger in die Rentenkasse. Da der Beitrag 2013 weiter auf 19,2 Prozent sinken könnte, wäre eine weitere Entlastung um bis zu 11,20 im Monat oder 134,40 Euro im Jahr möglich.

Weil aber der Beitragssatz zur gesetzlichen Pflegeversicherung laut Koalitionsbeschluss im Jahr 2013 leicht steigen soll, werden Arbeitnehmer und Arbeitgeber auf der anderen Seite auch wieder belastet: Die Arbeitnehmer müssen dann bis zu zwei Euro im Monat oder 23 Euro im Jahr mehr für die Pflege zahlen.

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(RP)