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Neuer Geschmack nach 40 Jahren: Warum McDonald's Heinz-Ketchup abserviert

Neuer Geschmack nach 40 Jahren : Warum McDonald's Heinz-Ketchup abserviert

Es ist das Ende einer Ära: Nach 40 Jahren verbannt der Fast-Food-Riese McDonald's das Heinz-Ketchup aus seinen Läden. Hintergrund ist die uralte Rivalität zu Burger King.

McDonald's-Liebhaber in einigen Ländern müssen sich auf einen neuen Geschmack einstellen: Die Fast-Food-Kette will künftig keinen Ketchup mehr von dem legendären US-Hersteller H.J. Heinz beziehen. Der Grund ist, dass der neue Heinz-Chef vom Erzrivalen Burger King stammt.

Für Deutschland ändere sich aber nichts, sagte eine McDonald's-Sprecherin am Montag auf Anfrage in München. Hierzulande werde der Konzern von der bayerischen Firma Develey beliefert. Wer der Nachfolger von Heinz für McDonald's Ketchup wird, ist noch nicht bekannt. Im Rennen sind mehreren Berichten nach zwei der größten Heinz-Konkurrenten, Hunt's und Del Monte.

Die "Pittsburgh Gazette", die Lokalzeitung am Heinz-Stammsitz, hatte zuerst über den Verlust des Großauftrags berichtet. Doch die Auswirkungen auf Heinz dürften sich in Grenzen halten: McDonald's kam zur Jahresmitte auf mehr als 34.700 Restaurants in 119 Ländern. Fast die Hälfte aller Läden liegt dabei in den USA. Doch Heinz-Ketchup wird dort nur noch in den McDonald's-Restaurants in Pittsburgh und Minneapolis serviert, merkte das Blatt an.

Heinz selbst äußerte sich nicht. "Heinz kommentiert keine Kundenbeziehungen", zitiert die "Pittsburgh Gazette" einen Sprecher.

Heinz-Ketchup war zur Jahresmitte von US-Investorenlegende Warren Buffett und dem Finanzinvestor 3G Capital für 17 Milliarden Euro geschluckt worden. Danach hatten die neuen Besitzer die Firmenspitze ausgetauscht. Neuer Chef wurde Bernardo Hees, der zuvor Burger King geführt hatte. Der McDonald's-Rivale ist ebenfalls eine Beteiligung von 3G Capital. Mit Hees an der Spitze hatte Burger King dem Konkurrenten mit massiven Sparprogrammen, Entlassungen und Werbekampagnen erfolgreich zugesetzt und konnte seinen Gewinn ausbauen.

Dass die personellen Änderungen der Auslöser für den Rausschmiss von Heinz Ketchup waren, schreibt McDonald's offen in einer Pressemitteilung. Dort heißt es: "Wegen der jüngsten Management-Änderungen bei Heinz haben wir entschieden, unser Geschäft nach und nach auf andere Zulieferer zu verlagern".

Schon in den 70er Jahren hatte Heinz einmal die Gunst von McDonald's verloren, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. Damals hatte die Fast-Food-Kette das Geschäft aufgekündigt, weil Heinz nicht so viel Ketchup liefern konnte, wie die Filialen benötigten.

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(dpa/jre)