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Warentest hat zehn Klimaanlagen getestet.

Hitze-Ratgeber : Was Klimageräte wirklich bringen

Stiftung Warentest hat zehn Klimaanlagen getestet, mobile sowie stationäre Geräte. Nur eins überzeugt im Test. Sorgen macht der Stromverbrauch – und gefährliche Kühlmittel.

Das Thermometer fällt in diesen Tagen kaum unter 30 Grad, aber keine Sorge: Schwitzen muss nicht sein – zumindest, wenn man bereit ist für ein paar Investitionen. Wer die Wohnung, das Büro oder gleich ein ganzes Haus kühlen will, hat viele Möglichkeiten. Wände und Decken dämmen, Fenster verkleiden oder einfach nur noch früh morgens oder spät abends lüften – wirklich effektiv ist das alles nicht. Möchte man es schnell und dauerhaft kalt haben, kann eine Klimaanlage helfen. Während sie in Autos und Büros mittlerweile Standard sind, bleiben die Geräte zu Hause die Ausnahme. Gerade einmal drei Prozent aller privaten Haushalte haben eine Klimaanlage. Viele schrecken vor dem Kauf zurück – auch weil sie hohe Kosten fürchten. Doch kühlen geht auch billig. Stiftung Warentest hat jetzt zehn Klimaanlagen getestet. Das Ergebnis: So teuer, wie oft angenommen, ist der Betrieb von Klimaanlagen nicht, aber fast alle Geräte schaden der Umwelt. Und zwar massiv.

Stiftung Warentest nahm die beiden gängigen Kühlsysteme unter die Lupe und testete jeweils fünf Monoblöcke und fünf Splitgeräte. Monoblöcke sind mobil und können problemlos in jedem Raum angeschlossen werden. Stecker rein - und das Gerät kühlt sofort die Umgebung. Die warme Luft muss nur in einem Abluftschlauch nach draußen fließen. Allerdings liefert keine der getesteten Anlagen Zubehör mit, um die Fenster richtig abzudichten. So kann warme Luft von außen wieder reinkommen. Laut Warentest kann der Abluftschlauch bis zu 65 Grad heiß werden. Damit heizt er den Raum auf und verringert die Kühlleistung. Im Test kann kein Gerät wirklich überzeugen, nur zwei Klimaanlagen bekommen die Note befriedigend. Monoblöcke sind ab etwa 200 Euro im Handel erhältlich und damit erheblich günstiger als die Splitsysteme. Die kühlen dafür effizienter – und schneller.

Ein Splitgerät besteht aus einem Innen- und einem Außenteil, zwischen beiden zirkuliert Luft, die durch ein Kältemittel gekühlt wird. Das sorgt dafür, dass die Hitze im Sommer auch wirklich draußen bleibt. Im Winter können solche Geräte auch als Wärmepumpenheizung verwendet werden. Dafür kosten Splitsysteme aber auch mehr – Modelle gibt es ab 1000 Euro. Der Testsieger, ein Gerät von Panasonic und als einziges mit der Note gut bewertet, ist für knapp 2500 Euro erhältlich. Den Einbau muss ein Kälteklimafachbetrieb vornehmen. Nur ein Fachmann darf das Kältemittel in die Leitungen füllen. Mitten im Sommer dürften Termine aber knapp sein, eine Montage könnte sich derzeit verzögern.  Ein weiterer Vorteil: Die Geräte können sich ins W-Lan klinken und von unterwegs per App eingeschaltet werden. Im Test funktionierte das allerdings bei keiner einzigen Anlage. Zudem senden die Geräte offenbar Standort-Daten und leiten sie an Sammeldienste weiter.

Beide Systeme – Split und Monoblock – unterscheiden sich nicht nur in Aufbau und Preis. Auch wie schnell und effektiv die Räume kälter werden, hängt von der Art der Klimaanlage ab. Ein Monoblock brauchte im Test mit bis zu zwei Stunden etwa zehn Mal so lange, um die Umgebung von 35 auf 25 Grad zu kühlen, wie ein Splitsystem. Warentest rät, die Monoblöcke für einzelne heiße Tage zu verwenden. Plant man, sich für den gesamten Sommer eine Klimaanlage anzuschaffen, ist eine Splitanlage empfohlen. Dazu verbrauchen die mobilen Einheiten mehr Strom und verwenden mit dem Treibhausgas R410A ein stark klimaschädliches Kühlmittel. Der Treibhauseffekt des Stoffes ist 2088-mal höher als von Kohlenstoffdioxid, 500 Gramm davon schaden der Umwelt so viel, wie eine Flugreise von Deutschland nach Dubai.

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Apropos Stromverbrauch: Laut internationaler Energieagentur sind Klimaanlagen für zehn Prozent der weltweiten Energiekosten verantwortlich, Tendenz steigend. Würde jeder Haushalt in Deutschland im Sommer eine Klimaanlage anwerfen, müssten mehrere neue Kraftwerke gebaut werden. Warentest empfiehlt deshalb, langfristig auf ein bessere Gebäudedämmung zu setzen, damit die Wärme bon vornherein draußen bleibt. Auch, wenn das zunächst der teurere Weg ist.