VW-Vorstände erhalten deutlich weniger Gehalt

Deutscher Autobauer : VW-Vorstände erhalten weniger Gehalt

Die Mitglieder des Volkswagen-Konzernvorstands kassieren für das abgelaufene Jahr deutlich weniger Gehalt als noch 2015. Insgesamt summieren sich die Bezüge auf rund 39,5 Millionen Euro.

Im vorangegangenen Jahr hatte das Top-Management von Europas größtem Autobauer noch mehr als 63 Millionen Euro erhalten. Spitzenverdiener unter den neun obersten VW-Führungskräften war die inzwischen ausgeschiedene Christine Hohmann-Dennhardt mit einer Gesamtsumme von 10,05 Millionen Euro — bei ihr stammt ein Großteil aber aus einer Abfindung nach dem Verlassen des Unternehmens im Januar. Auf Platz zwei folgt Vorstandschef Matthias Müller, der etwa 7,25 Millionen Euro einstrich. Personalchef Karlheinz Blessing kommt an dritter Stelle auf rund 3,33 Millionen Euro.

Der Konzern hatte erst kürzlich sein System zur Bestimmung der Gehälter für Vorstände und Aufsichtsräte reformiert — nach langer Kritik an der Höhe der Bezüge. So gibt es für den Vorstandschef vom Geschäftsjahr 2017 an eine Höchstgrenze von zehn Millionen Euro. Während die festen Grundgehälter tendenziell angehoben werden, fallen die Regeln zur Berechnung erfolgsabhängiger Bonuszahlungen zudem strikter aus. Die Mitglieder des Aufsichtsrats sollen keine Boni mehr erhalten.

Selbst ohne die Folgen der Abgaskrise hat die Kernmarke von Volkswagen vor Beginn ihres großangelegten Sparprogramms noch immer mit sinkenden Erträgen zu kämpfen. Das Ergebnis im laufenden Geschäft sank — auch vor Sondereinflüssen vor allem aus der Diesel-Krise — im vergangenen Jahr um 11,1 Prozent auf rund 1,9 Milliarden Euro. Dies teilte das Unternehmen am Dienstag in Wolfsburg mit.

Der Umsatz der Marke mit dem VW-Logo gab um 0,6 Prozent auf 105,7 Milliarden Euro nach. Mit dem Reformprogramm "Zukunftspakt" will VW seine Hauptmarke rentabler machen, die jährlichen Kosten sollen bis 2020 so weltweit um rund 3,7 Milliarden Euro sinken. Vorgesehen ist in den kommenden Jahren zudem die Streichung von bis zu 30.000 Jobs.

Die Zahlen des Gesamtkonzerns für 2016 hatte VW bereits Ende Februar vorgelegt. Der Umsatz der Volkswagen-Gruppe stieg um knapp zwei Prozent auf 217,3 Milliarden Euro, unter dem Strich betrug der Gewinn 5,1 Milliarden Euro — nach einem Milliardenverlust ein Jahr zuvor.

Beim Absatz wurde der Erzrivale Toyota überholt, 10,39 Millionen Verkäufe bedeuteten Rang eins weltweit. In den Konzernzahlen sind auch Töchter wie Audi, Porsche und Skoda enthalten.

(das/dpa)
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