1. Wirtschaft
  2. Unternehmen

General-Motors: Vorstandschef Ed Whitacre tritt zurück

General-Motors : Vorstandschef Ed Whitacre tritt zurück

Washington (RPO). Nach der schwersten Krise in seiner Geschichte will General Motors (GM) mit einem neuen Chef in die Zukunft gehen. Konzernchef Ed Whitacre, der den schwer angeschlagenen Autobauer zuletzt wieder in die schwarzen Zahlen gebracht hatte, legt seinen Posten zum 1. September nieder, wie GM am Donnerstag mitteilte. Neuer Chef des Autobauers wird Daniel Akerson, bislang Chefmanager des US-Investmentfonds Carlyle.

Akerson wird bereits der vierte GM-Chef binnen nicht einmal zwei Jahren. Whitacre, der erst zum Dezember 2009 den Posten als Vorstandschef übernommen hatte, wird weiterhin an der Spitze des einflussreichen Verwaltungsrates von GM bleiben. Diesen Posten hatte der 68-Jährige, der fast zwei Jahrzehnte lang den US-Telefonriesen AT&T geleitet hatte, auf Betreiben der US-Regierung bereits im Juni 2009 übernommen. "Seit dem Tag meines Amtsantritts habe ich immer gesagt, dass ich dem Unternehmen zu alter Größe verhelfen will und dann nicht einen Tag länger bleiben will", begründete Whitacre seinen Rücktritt als Vorstandschef.

Whitacre gilt als Schlüsselfigur bei der bisher erfolgreichen Sanierung der US-Auto-Ikone, die nach Jahren der Misswirtschaft im vergangenen Jahr Insolvenz hatte anmelden müssen. Mit dem Amtsantritt von Whitacre fiel auch ein Schwenk von GM in seiner Opel-Strategie zusammen. Hatte der US-Autobauer zuvor monatelang einen Käufer für die europäische Tochter gesucht, beschloss General Motors unter seiner Führung, Opel im Konzern zu behalten und zu sanieren.

Nachfolger von Whitacre wird Daniel Akerson. Der 61-Jährige ist bislang Chefmanager des einflussreichen US-Finanzinvestors Carlyle Group, der beste politische Kontakte in Washington pflegt. Wie der scheidende GM-Chef Whitacre ist er kein Autofachmann, sondern hat seine Karriere im Telekommunikationsbereich gemacht. Zwischen 1993 und 2003 stand er an der Spitze von drei Unternehmen der Telekom-Branche. Seit 2003 ist Akerson für die Carlyle Group tätig. Dem verwaltungsrat von GM gehört er seit Juli 2009 an.

General Motors verkündete am Donnerstag zugleich einen Milliardengewinn. Unter dem Strich verdiente der Konzern von April bis Juni rund 1,3 Milliarden Dollar (etwa eine Milliarde Euro). Es war das zweite Quartalsplus in Folge, nach einem Gewinn von 865 Millionen Dollar in den ersten drei Monaten. Der Umsatz stieg von April bis Juni im Jahresvergleich um ein Drittel auf 33 Milliarden Dollar.

Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte GM noch einen Verlust von 13 Milliarden Dollar hinnehmen müssen. GM hat das gute Ergebnis vor allem der gestiegenen Nachfrage in Nordamerika zu verdanken. Das Europa-Geschäft hingegen bewegte sich im zweiten Quartal weiter in den roten Zahlen.

GM hat zuletzt stärker auf die Kosten geschaut und eine Reihe neuer Modelle auf den Markt gebracht, die Anklang fanden. Die guten Zahlen dürften dem Plan von GM Auftrieb geben, noch in diesem Jahr an die Börse zurückzukehren. Der Börsengang soll den Staatsanteil bei GM zurückfahren, der derzeit noch bei 61 Prozent liegt. Das Unternehmen hatte die existenzgefährdende Insolvenz nur dank staatlicher Gelder in Höhe von rund 50 Milliarden Dollar überstanden.

Hier geht es zur Infostrecke: Wie General Motors in den Bankrott geriet

(AFP/top)