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Preisoffensive bei Fernbussen: Von Köln nach Stuttgart für 1,50 Euro

Preisoffensive bei Fernbussen : Von Köln nach Stuttgart für 1,50 Euro

Die Preise der Fernbus-Unternehmen sind unschlagbar. Mit immer neuen Angeboten wollen sie noch mehr Kunden gewinnen. Nun bietet das schottische Unternehmen Megabus Fahrten von Köln nach Stuttgart sogar schon für 1,50 Euro.

Die immer größeren Liniennetze, Streiks im Flug- und Bahnverkehr und letztlich die niedrigen Preise sorgen in der Fernbus-Branche für ein rasantes Wachstum. Im Jahr 2014 waren laut dem Vergleichsportal Fernbusse.de fast 20 Millionen Menschen mit dem Fernbus unterwegs. Damit habe sich die Passagierzahl im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Damals waren 8,2 Millionen Kunden gezählt worden.

Doch trotz des rasanten Wachstums wird der Preiskampf zwischen den Anbietern immer heftiger. Beim Anbieter Megabus erhält man eine Fahrkarte von Köln nach Stuttgart bereits für 1,50 Euro, berichtet die "Bild"-Zeitung. Das Angebot gelte allerdings nur für die ersten fünf Sitze pro Bus, die restlichen Plätze lägen bei rund 4,50 Euro. Bei den inzwischen fusionierten deutschen Branchenriesen MeinFernbus und Flixbus kostet die Strecke zwischen 16 und 19 Euro. Die Deutsche Bahn bietet diese Strecke ab 29 Euro an.

 Die Fernbus-Branche in Deutschland ist in den letzten zwei Jahren rasant gewachsen.
Die Fernbus-Branche in Deutschland ist in den letzten zwei Jahren rasant gewachsen. Foto: fernbusse.de

Mit solchen Niedrigpreisen könnte das Unternehmen den 2014 fusionierten Branchenriesen MeinFernbus und Flixbus Konkurrenz machen, die gemeinsam einen Marktanteil von mehr als 60 Prozent haben. Nach dem Zusammenschluss gingen Experten davon aus, dass die Preise bei Fernbussen ansteigen könnten. Doch die Preisoffensive von Megabus zeigt, wie umkämpft der Fernbusmarkt in Deutschland ist.

Nach der Fusion war das Vergleichsportal fernbusse.de der Meinung, dass die Preise ansteigen könnten. Anfang des Jahres hatte Megabus die Fusion der beiden Marktführer ebenfalls kommentiert und die Frage aufgeworfen, wie sich "die neue Situation in Zukunft auf das gebotene Service-Niveau" auswirken und "ob Preise steigen" würden. Doch das schottische Unternehmen hatte zugleich angekündigt, das Angebot in Deutschland weiter auszubauen.

Wie lange dieser Preiskampf zu halten ist, bleibt offen. Seit der Marktöffnung für Fernbusse sind die Preise nach Angaben des Marktforschungsunternehmens Iges um 14 Prozent gefallen. Anfang November meldete der Fernbus-Pionier DeinBus.de aufgrund des hohen Wettbewerbs und Kostendrucks Insolvenz an, er gilt inzwischen aber als gerettet. Ebenfalls im November zog sich der Automobilclub ADAC aus dem Markt zurück und stieg aus dem mit der Deutschen Post gegründeten Unternehmen ADAC Postbus aus.

(rm)