Von Facebook bis Yahoo — so lief die Woche der IT-Riesen

Konzerne legen jüngste Quartalszahlen vor : Von Facebook bis Yahoo — so lief die Woche der IT-Riesen

Facebook steht kurz vor seinem zehnten Geburtstag und begeistert mit seinen jüngsten Zahlen die Börsianer. Das Unternehmen ist nicht der einzige IT-Riese, der in dieser Woche seine Quartalsbilanzen hinlegte. Alle haben hier und da mit ein paar Problemen zu kämpfen. Aber es zeigt sich auch wieder: Gute Zahlen lassen die Börsianer nicht gleich Luftsprünge machen.

Facebook ist erwachsen geworden — das war in dieser Woche die einhellige Meinung, als das soziale Netzwerk seine Zahlen für das Schlussquartal 2013 präsentierte. Schließlich feiert das Unternehmen am 4. Februar seinen zehnten Geburtstag. Und zu Börsenstart sah es angesichts von Pannen und falsch eingeschätzter Nachfrage alles andere als gut aus auf dem Parkett.

Mühsam hatte sich Facebook wieder aufrappeln müssen, doch nun scheinen die Börsianer wieder an den Erfolg des Unternehmens zu glauben, auch wenn es immer wieder Studien gibt, dass das soziale Netzwerk Nutzer, insbesondere jüngere verliere. Die Zahlen, die nun vorgelegt wurden, sprechen eine deutliche Sprache. Der Gewinn wurde im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 523 Millionen Dollar verachtfacht. Beim Umsatz gab es ein Plus von 63 Prozent.

Werbegewinner und Werbeverlierer

Zumal das frühere Problem, die Werbeeinnahmen im mobilen Bereich, gelöst zu sein scheint. Erstmals stammte mehr als die Hälfte der Werbeeinnahmen von Anzeigen auf Smartphones und Tablets. Die Börsianer jedenfalls freute das. Werbeeinnahmen waren es auch, welche die Anleger beim zweiten Internetriesen — nämlich Google — haben jubeln lassen. Denn trotz höherer Verluste bei der Noch-Handy-Tochter Motorola konnte das Unternehmen dank sprudelnder Werbeeinnahmen im viertel Quartal 2013 seinen Gewinn um 17 Prozent auf 3,38 Milliarden Dollar steigern.

Im Gegensatz zu Facebook, das zuletzt höhere Preise für seine Werbung verlangen konnte, mussten Werbekunden bei Google weniger auf den Tisch legen. Der Durchschnittspreis fiel um elf Prozent. Doch die Zahl der bezahlten Klicks im Netz stiegen auf Jahressicht um 31 Prozent. Denn die Preisabschläge macht Google mit der schieren Masse der Reklame auf seinen Internetseiten wett.

Yahoo gelingt das im Gegensatz dazu nicht. Viel Hoffnung hatten auch die Börsianer in Chefin Marissa Mayer gesteckt, doch so richtig rund läuft es bei dem Internetpionier noch immer nicht. Auch bei Yahoo sanken die Preise für die Online-Werbung. Und diese Flaute im Kerngeschäft lässt im Gegensatz zum Konkurrenten Google den Umsatz schmelzen. Im vierten Quartal 2013 verringerte sich dieser im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um sechs Prozent auf 1,266 Milliarden Dollar. Und die Preise für Display-Werbung sank um sieben Prozent.

Apples Innovationsproblem

Dass ein guter Umsatz und ein gesteigerter Gewinn aber nicht immer der Garant dafür sind, dass auch die Börsianer den Aktienkurs steigern lassen, bekam in dieser Woche — fast schon rituell — Apple zu spüren. Das Unternehmen hat im Weihnachtsgeschäft mehr ipHones und iPads als jemals zuvor erwirtschaftet. Doch das Geschäft wuchs langsamer als früher und der Gewinn stagnierte, wenn auch bei beträchtlichen 13,1 Milliarden Dollar.

Doch Apple steht vor seinem alten Problem: Die Börsianer erwarten einfach mehr. Denn das Unternehmen war schon immer bekannt für seine Innovationen. Um die neuen Produkte wird immer ein Geheimnis gemacht, und oftmals konnte Apple danach riesige Erfolge feiern. Und so ranken sich immer wieder Gerüchte um neue Produktlinien — vom Apple-TV bis hin zur Computeruhr.

Bislang aber beschränkten sich die Innovationen unter Chef Tim Cook auf Neuerungen bei den Verkaufsschlagern iPhone und iPad oder den klassischen Mac-Produkten. Das stößt den Investoren auf, Apple gehört für sie in eine andere Liga, die Erwartungen sind immer wieder gigantisch. Und so wird das Unternehmen aus Cupertino bald etwas Neues auf den Markt bringen müssen, will es die Anleger nicht wiederholt enttäuschen und die Aktie entsprechend absacken lassen.

Immerhin: Apple hat bereits angekündigt, dass man 2014 in eine neue Produktkategorie vorstoßen wolle. Und sollte es eines der lang ersehnten Produkte sein, dürften dies die Börsianer sicherlich mit Wohlwollen begrüßen.

Hier geht es zur Infostrecke: Chronologie des Facebook-Aufstiegs

(das)