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Volkswagen verhängt für 2016 offenbar Beförderungsstopp - VW dementiert

Nach Abgas-Skandal : Volkswagen verhängt für 2016 offenbar Beförderungsstopp

Volkswagen will infolge des Abgasskandals einem Medienbericht zufolge im kommenden Jahr keine Beförderungen vornehmen. Dies sei ein Teil des verschärften Sparkurses, auf den sich der Markenvorstand und Betriebsrat geeinigt hätten, heißt es. Der VW-Betriebsrat weist den Bericht zurück.

Von dem Beförderungsstopp hatte zuerst das "Manager Magazin" unter Berufung auf VW-Insider berichtet. Darüber hinaus sei geplant, bei der nächsten Generation des Kassenschlagers Golf möglichst viele aktuelle Bauteile erneut zu verwenden und dadurch Hunderte Millionen Euro zu sparen. Dem Bericht zufolge werden die Kosten im Zusammenhang mit der Affäre um die Manipulation von Diesel-Emissionswerten auf mehr als 30 Milliarden Euro veranschlagt.

VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh trat dem Bericht entgegen. Er sagte, dass sich der Betriebsrat gegen "bloße Symbolpolitik auf dem Rücken von Beschäftigten" nach Kräften wehren werde. "Wir erwarten andere Symbole zuerst: zum Beispiel eine klare Aussage, wie sich der Konzernvorstand zu seinen Boni-Zahlungen stellt. Hier muss die Devise lauten: mit gutem Beispiel voran", sagte Osterloh.

Volkswagen steckt wegen des Skandals um manipulierte Abgaswerte in der größten Krise seiner fast 80-jährigen Konzerngeschichte. Dem "Manager Magazin" zufolge spielt VW-Markenchef Herbert Diess auch schon mit dem Gedanken, die Stammbelegschaft in den VW-Werken auszudünnen, was der Betriebsrat aber ablehne. Dafür müsste auch zuerst eine größere Hürde genommen werden: Für die rund 120.000 Beschäftigten im VW-Haustarif, der für die westdeutschen Werke der Volkswagen AG gilt, läuft eine ungekündigte Beschäftigungssicherung.

Bei der Konzerntochter Audi sicherte Personalvorstand Thomas Sigi den Beschäftigten zu, dass die bis 2018 geltende Beschäftigungsgarantie eingehalten wird. "Diese Abmachung gilt", sagte Sigi laut einem Bericht der "Heilbronner Stimme" in einem Interview, das im Audi-Intranet veröffentlicht wurde. Audi wolle trotz des Diesel-Abgasskandals an seinen Wachstumszielen festhalten und wie geplant neue Mitarbeiter einstellen. Außerdem werde Audi auch im kommenden Jahr eine Erfolgsbeteiligung ausschütten. Die Mitarbeiter könnten mit einer "ansehnlichen Summe" rechnen.

Laut dem "Manager-Magazin"-Bericht soll zudem zwecks Sparbemühungen bei der Planung des nächsten VW-Golf auf mehr Teile der aktuellen Golf-Generation zurückgegriffen werden. Ein VW-Sprecher sagte dazu, dass "jeder Stein umgedreht" werde, aber noch nichts beschlossen sei. Der neue Konzernchef Matthias Müller hatte bereits Anfang des Monats einen harten Sparkurs sowie große Veränderungen im Konzern angekündigt.

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(lsa/das/dpaREU/)