Anstiftung zur Untreue in 48 Fällen: Volkert droht lange Haftstrafe

Anstiftung zur Untreue in 48 Fällen : Volkert droht lange Haftstrafe

Braunschweig (RPO). Die Staatsanwaltschaft hat vor dem Landgericht Braunschweig eine lange Haftstrafe gegen Klaus Volkert gefordert. Oberstaatsanwalt Ralf Tacke beantragte gegen den ehemaligen VW-Betriebsratschef am Mittwoch drei Jahre und neun Monaten ohne Bewährung wegen Anstiftung zur Untreue in 48 Fällen und des Verstoßes gegen das Betriebsverfassungsgesetz.

Für den Mitangeklagten Ex-VW-Manager Klaus-Joachim Gebauer wurde zudem wegen Untreue und Anstiftung zum Betrug eine Bewährungsstrafe von eineinhalb Jahren gefordert.

Der Oberstaatsanwalt wertete die Sonderbonuszahlungen in Höhe von knapp zwei Millionen Euro, die Volkert in den Jahren 1995 bis 2005 von Volkswagen erhalten hat, als besonders schwere Untreue und forderte allein dafür eine Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren. Volkert habe zunächst eine Gehaltserhöhungen verlangt und später den damaligen Personalvorstand Peter Hartz mit den Worten: "Dann mach mal was" zu den Sonderbonuszahlungen angestiftet. Auch die Aussage von Hartz, er sei nicht von Volkert angestiftet worden, ändere daran nichts. Die Tatsachen sprächen für eine Anstiftung des Personalvorstands durch den Betriebsratsvorsitzenden.

Anders als Hartz, der wegen der Affäre zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt wurde, habe Volkert von den von ihm angestifteten Untreuehandlungen persönlich profitiert, betonte Tacke. Das Argument, Volkert habe die Bonuszahlungen für Co-Management erhalten, wies er zurück. "Ein Arbeitnehmer, der Managementaufgaben wahrnimmt, ist leitender Angestellter und darf dann kein Betriebsrat sein", sagte der Oberstaatsanwalt. Die so genannten Co-Managementaufgaben seien originäre Betriebsratstätigkeit gewesen.

Gebauer zu Lustreisen auf Firmenkosten veranlasst

Die Verteidigung soll am kommenden Montag mit ihren Plädoyers zu Wort kommen. Das Urteil kündigte Richterin Gerstin Dreyer für Freitag kommender Woche an.

Hier geht es zur Infostrecke: Die Chronik der VW-Affäre

(ap)
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