Vodafone bekennt sich zu Düsseldorf-Ableger, will aber global jede siebte Filiale schließen.

Bekenntnis zum Deutschland-Ableger von Vodafone : Vodafone schließt rund 1100 Shops - und will Deutsche Telekom viel härter attackieren

Der britische Mobilfunker Vodafone sieht in Deutschland künftig sein Hauptgeschäft. Hier sei das „Herz des Unternehmens“, sagte Vorstandschef Nick Read bei einem Besuch in Düsseldorf. Aber die Zahl der Shops nimmt ab, weltweit und in Deutschland, weil die Kunden immer mehr Verträge online abschließen.

Die britische Vodafone-Gruppe sieht ihren Deutschland-Ableger als „Herz des Unternehmens“. Das sagte Nick Read, Vorstandschef des Gesamtkonzerns, bei einem Besuch des Düsseldorfer Ablegers am Mittwoch. Er hatte eine Gruppe britischer Journalisten mitgebracht, um zu erläutern, warum Vodafone mehr als 15 Milliarden Euro in die Expansion von Vodafone Deutschland steckt, indem das Unternehmen zuerst Kabel-Deutschland und dann Unitymedia aus Köln übernahm.

Read sagte, Deutschland werde nun der Wachstumsmotor des Konzerns sein. 40 Prozent der freien Mittel (Cash-Flow) würden in Deutschland erwirtschaftet. Er wiederholte die Ankündigung, dass Vodafone hierzulande bis 2022 rund 25 Millionen deutsche Haushalte mit extrem schnellen Online-Anschlüssen versorgen werde. Er kündigte an, dass die Deutsche Telekom mit ihren relativ langsamen DSL-Anschlüssen hart attackiert werde: „Wir haben einen strukturellen Vorteil, den so niemand wettmachen kann“, sagte er laut Nachrichtenagentur Reuters. Deshalb wolle man nun die „Marktdurchdringung beschleunigen.“

Read nutzte den Besuch, um die Schließung von rund 1100 der 7700 Fillalen weltweit anzukündigen. Immer mehr Kunden würden Verträge online bestellen. In den Shops wollten sie mehr erleben und nicht nur ein Standardangebot erwarten.Von den Läden, die erhalten bleiben, sollen 40 Prozent bis 2021 umgebaut werden. 5000 der 7700 Filialen sind in Europa.

Vodafone-Deutschland erklärte auf Anfrage, die Zahl der etwas mehr als 1500 Filialen ebenfalls senken zu wollen. Es sei kein unmittelbarer Personalabbau geplant, allerdings will man sich von manchen kleineren durch Partner betriebenen Shops trennen. Außerdem würde man planen, die doppelte Belegung von vielen Standorten durch Läden von Vodafone und von Unitymedia zu bereinigen. Ein Sprecher sagte: „Wo wir Shops in Doppellagen vereinheitlichen, werden wir unser Personal im weiterbestehenden Geschäft zusammenführen.“ An manchen Standorten würde Vodafone auch neue Filialen eröffnen.

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