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Versicherungskonzern Zurich entfernt Z-Logo aus sozialen Medien

Reaktion auf den Krieg in Osteuropa : Versicherungskonzern Zurich entfernt Z-Logo aus sozialen Medien

Durch den Ukraine-Krieg hat der Buchstabe „Z“ eine neue und problematische Bedeutung bekommen. Der Versicherungskonzern Zurich hat jetzt reagiert und sein Logo aus den sozialen Medien entfernt.

Ein weißes „Z“ auf blauem Grund: das ist das Logo des Schweizer Versicherungskonzerns Zurich. Das Unternehmen trennt sich aufgrund der problematischen Symbolik des Buchstaben „Z“ vorerst von seinem Logo: „Wir entfernen vorübergehend die Verwendung des Buchstabens ‚Z‘ aus den sozialen Kanälen, wo er isoliert erscheint und falsch interpretiert werden könnte", teilt das Unternehmen in einer Erklärung gegenüber Reuters mit. In den sozialen Netzwerken wie Twitter oder Instagram besteht das Zurich-Logo jetzt einfach aus dem Namen der Versicherung. Auch hier steht weiße Schrift auf blauem Grund. Doch warum sah sich der Versicherungskonzern zu diesem Schritt veranlasst?

„Z“ als Unterstützung für Russland

Der Buchstabe ist in Russland zu einem Symbol der Unterstützung für Moskaus Einmarsch in die Ukraine geworden. Laut dem russischen Verteidigungsministerium steht das Schriftzeichen für den Slogan „Für den Sieg“. Das „Z“ prangt in Russland auf vielen Autos, Panzern, Gebäuden oder auf T-Shirts. In sozialen Netzwerken fügen auch Prominente ein groß geschriebenes „Z“ in ihren Namen ein. Ob Zurich sein Logo dauerhaft verändern möchte, ist noch offen: „Wir beobachten die Situation genau und werden bei Bedarf weitere Maßnahmen ergreifen“, heißt es von dem Versicherungsunternehmen. Das Unternehmen hatte Anfang März bereits bekannt gegeben, dass es keine neuen inländischen Kunden mehr in Russland aufnimmt und das bestehende lokale Geschäft nicht erneuern wird.

Verwendung in Deutschland kann strafbar sein

Das Zeigen des „Z“-Symbols kann nach Angaben des Bundesinnenministeriums als öffentliche Billigung des russischen Krieges gegen die Ukraine strafbar sein. Wie ein Sprecher am Montag in Berlin sagte, liegen den Sicherheitsbehörden Erkenntnisse vor, dass dieses Symbol bereits in Deutschland verwendet wird – bislang vor allem in Form von „Farbschmierereien“.

Der Buchstabe selbst sei zwar natürlich nicht verboten, erläuterte der Sprecher. Doch sei der russische Angriffskrieg eine Straftat. „Und wer diesen Angriffskrieg öffentlich billigt, kann sich daher selber auch strafbar machen.“ Die Sicherheitsbehörden des Bundes hätten das im Blick.

Mehrere Bundesländer haben bereits angekündigt, das öffentliche Zeigen des Symbols zu ahnden. Grundlage ist der Paragraf 140 im Strafgesetzbuch zur „Billigung von Straftaten“. Demnach kann dies mit bis zu drei Jahren Haft oder einer Geldstrafe bestraft werden. In Berlin soll das Zeigen des „Z“-Symbols der russischen Streitkräfte strafrechtlich verfolgt werden. „Wird der Kontext zum Krieg hergestellt mit der Verwendung des weißen Z, wie es auf den russischen Militärfahrzeugen zu sehen ist, dann bedeutet das natürlich die Befürwortung des Angriffskrieges“, sagte Innensenatorin Iris Spranger (SPD) dem Tagesspiegel am Montag: „Das wäre strafbar, da schreiten wir auch sofort ein.“

(mzu/epd/dpa)