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Verlagsgruppe Weltbild: Insolvenz-Verwalter will Fortbestand sichern

"Gute Marke und treue Kunden" : Insolvenz-Verwalter will Fortbestand des Weltbild-Verlags sichern

Die Lage beim Weltbild-Verlag ist nicht zu beschönigen, sagt der Insolvenzverwalter. Er will sein Bestes geben. Immerhin sei Weltbild eine gute Marke und habe treue Kunden.

Drei Tage nach der Insolvenz-Anmeldung des katholischen Weltbild-Verlages hat sich der Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz am Montag den Beschäftigten vorgestellt. Es gebe zur Lage des Unternehmens nichts zu beschönigen, aber auch die Guthabenseite sei nicht leer, sagte Geiwitz bei einer Mitarbeiterversammlung im Augsburger Verlagsgebäude, wie die Nachrichtenagentur dpa aus Teilnehmerkreisen erfuhr. Denn Weltbild sei eine gute Marke und habe treue Kunden.

Er könne den Beschäftigten die Unsicherheit nicht nehmen, aber als Insolvenzverwalter werde er mit seinen Kollegen alles tun, damit das Unternehmen weitermachen könne, sagte Geiwitz den Abgaben zufolge. Eine Firmenauflösung sei ein Alptraum.

Die bayerische Staatsregierung sieht in erster Linie die Kirche in der Pflicht. Das Kabinett erinnerte die Kirche am Montag an ihre "besondere Verantwortung". Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU)
schloss Staatshilfe kategorisch aus. "Es werden hier definitiv keine Steuergelder für die Rettung eingesetzt", sagte sie dem "Münchner Merkur". Am Donnerstag werde sie zusammen mit Arbeitsministerin Emilia Müller (CSU) mit den betroffenen Mitarbeitern sprechen.

Geiwitz sprach für rund 20 Minuten. Er wirke als sogenannter schwacher Insolvenzverwalter, erklärte er. Dies bedeute, dass die bisherige Geschäftsführung operativ im Amt bleibe. Geiwitz sei bereits mit zehn Mitarbeitern in Augsburg tätig, weitere zehn kämen noch nach. Seine Kanzlei Schneider, Geiwitz & Partner hatte auch die Schlecker-Pleite verwaltet.

Der Weltbild-Verlag hatte am vergangenen Freitag Insolvenz beantragt, weil die kirchlichen Eigentümer keine Finanzierungsmöglichkeit für eine Sanierung mehr sahen. Die Verlagsgruppe mit rund 6300 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von zuletzt fast 1,6 Milliarden Euro gehört zwölf Bistümern, dem Verband der Diözesen Deutschlands und der katholischen Soldatenseelsorge in Berlin. Allein die sieben bayerischen Bistümer verfügen über 51,1 Prozent der Gesellschafteranteile und gelten deshalb als Schwergewicht im Eigentümerkreis.

Die Gewerkschaft Verdi wirft den Kirchen Verantwortungslosigkeit gegenüber den Mitarbeitern, "Kapitalismus in Reinkultur" und Verstoß gegen die katholische Soziallehre vor.

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Der Münchner Erzbischof, Kardinal Reinhard Marx, betonte hingegen, die Kirche sei vom gestiegenen Kapitalbedarf überrascht worden. "Wir konnten es als Gesellschafter nicht verantworten, auf absehbare Zeit dreistellige Millionensummen aus Kirchensteuermitteln zu investieren", sagte er der "Süddeutschen Zeitung" (Montag). Vor drei Jahren hatte sich Marx noch für den Verlag stark gemacht. "Die Zukunft der Mitarbeiter ist eine hochmoralische Frage", hatte er damals gesagt. "Wir können uns als Bischöfe nicht einfach aus dieser Verantwortung stehlen."

(dpa)