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Verfahren gegen Ex-Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen eingestellt

Zeitungsbericht : Verfahren gegen Ex-Deutsche-Bank-Chef Fitschen wohl eingestellt

Die Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft hat einem Medienbericht zufolge ein Ermittlungsverfahren gegen den früheren Ko-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, nach mehreren Jahren eingestellt. Von den Vorwürfen einer Beteiligung Fitschens an sogenannten Steuerkarussell-Geschäften der Bank sei nichts übriggeblieben.

Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, sollen sich Vorwürfe gegen den 67-Jährigen, eine nachträglich als falsch entlarvte Umsatzsteuer-Erklärung unterschrieben zu haben, nicht bewahrheitet haben. Fitschen hatte von Anfang an seine Unschuld beteuert.

Die Generalstaatsanwaltschaft wollte die Angaben der Zeitung auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP zunächst nicht bestätigen. Es könne derzeit "keine Auskunft zu etwaigen weiteren Verfahrensabschlüssen in dem Ermittlungskomplex Umsatzsteuerkarussell" gegeben werden, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft mit. Kommende Woche werde die Behörde aber zum Stand des Verfahrens umfassend Stellung nehmen.

Das Ermittlungsverfahren gegen Fitschen stand im Zusammenhang mit einem der größten Wirtschaftsprozesse Deutschlands. Die Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft hatte insgesamt gegen rund 170 Beschuldigte aus Deutschland, Großbritannien und Frankreich ermittelt. Der Gesamtschaden durch Steuerhinterziehung beim Handel mit Verschmutzungsrechten (CO2-Zertifikaten) mit Hilfe von Händlern der Deutschen Bank soll sich auf etwa 850 Millionen Euro belaufen haben.

Erst Mitte Juni waren sechs frühere Deutsche-Bank-Mitarbeiter wegen Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit Scheingeschäften mit CO2-Verschmutzungsrechten verurteilt worden. Einer von ihnen bekam drei Jahre Haft; die fünf anderen Bewährungsstrafen.

Fitschen war im Mai als Ko-Vorstandschef der Deutschen Bank zurückgetreten, ist aber weiterhin für das Kreditinstitut tätig. Er war erst Ende April im Prozess mit den Erben des Medienunternehmers Leo Kirch vom Vorwurf des versuchten Prozessbetrugs freigesprochen worden.

(crwo/AFP)