Vierter „Warnstreik“ im ÖPNV Jetzt dreht Verdi völlig durch

Meinung | Düsseldorf · Am Tag, als der dritte „Warnstreik“ im ÖPNV von NRW zu Ende geht, wird für Dienstag und Mittwoch die nächste Arbeitsniederlegung angekündigt. Für Schüler, Studenten und andere Fahrgäste ist dies eine Zumutung, Verdi entwickelt sich zur Sekte.

Streik Rheinbahn/ KVB: – Busse in NRW stehen still​ – Fotos
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Warnstreik bei Rheinbahn, KVB und Co. – Busse und Bahnen in NRW stehen still

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Foto: dpa/Oliver Berg

Im Februar zeigte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi bereits mit drei Warnstreiks, dass die Mitglieder den öffentlichen Personen-Nahverkehr in NRW relativ gut lahmlegen können, nun kommt nächste Woche der nächste Streikhammer: Obwohl am heutigen Freitag erst der dritte „Warnstreik“ zu Ende geht, wurde für Dienstag und Mittwoch bereits die nächste Aktion angekündigt. In praktisch allen Großstädten von NRW wird an diesen zwei Tagen fast keine Straßenbahn und kaum ein Bus unterwegs sein.

Realen Sinn macht die Aktion nicht. Die Arbeitgeber wissen auch so, dass der Organisationsgrad im Nahverkehr hoch ist. Die Verhandlungen gehen am 11. März wie schon lange vereinbart in die dritte Runde. Es kann auch keine Rede davon sein, dass die Verhandlungen gescheitert sind. Insgesamt bewegt sich Verdi so am Rande eines illegalen Streiks, weil die Verhältnismäßigkeit der Mittel nicht gewährleistet ist.

Dies alles ist umso trauriger, weil Verdi heute noch verkündet hatte, sie wollte mit ihrem Streik vorrangig dafür kämpfen, dass die Arbeitsbedingungen für Bus- und Bahnfahrer besser werden, damit so die chronische Personalknappheit im ÖPNV behoben werden kann. Dies solle die Verkehrswende voranbringen.

Das sind politisch nachvollziehbare Ziele. Wie eine Organisation in einer solchen Lage aber in der Lage sein kann, die Bevölkerung komplett vor den Kopf zu stoßen, ist ihr Geheimnis. Zum Teil wirkt der Streik eher wie die Aktion einer verwirrten Polit-Sekte und nicht wie die einer rationalen Großorganisation.Die würde nun erst einmal verhandeln und erst im Fall des Scheiterns richtig streiken.

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