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Konzern soll neues Angebot vorlegen: Verdi droht Lufthansa mit weiteren Warnstreiks

Konzern soll neues Angebot vorlegen : Verdi droht Lufthansa mit weiteren Warnstreiks

Die Gewerkschaft Verdi droht der Lufthansa vor der neuen Tarifrunde zu Beginn nächster Woche mit neuen Warnstreiks. "Wenn Lufthansa sich weiterhin weigert, ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen, das Arbeitsplätze sichert und die Entgelte angemessen erhöht, wird es zu weiteren Streiks kommen", erklärte Verdi-Verhandlungsführerin Christine Behle am Freitag in Berlin.

Deutschlands größte Fluggesellschaft habe es nach drei ergebnislosen Tarifrunden "in der Hand, einzulenken und am Verhandlungstisch eine Lösung zu finden." Verdi und Lufthansa wollen sich am Montag und Dienstag zu Gesprächen treffen.

Verdi hatte am Montag mit einem bundesweiten Warnstreik den Flugbetrieb bei der Lufthansa fast komplett lahmgelegt. Von knapp 1800 geplanten Flüge konnten nur 42 starten. 14.000 Beschäftigten beteiligten sich nach Gewerkschaftsangaben an dem Ausstand. Nach Angaben der Lufthansa verursachte der Warnstreik einen Schaden in zweistelliger Millionenhöhe. Bereits im März hatte Verdi mit Warnstreiks Druck auf die Lufthansa gemacht. Hunderte Flüge fielen damals aus.

5,2 Prozent mehr Gehalt

Die Gewerkschaft fordert für rund 33.000 Beschäftigte des Konzerns 5,2 Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Vor allem geht es Verdi aber auch um die Sicherung von Arbeitsplätzen und Verbesserungen für die Auszubildenden. Die Lufthansa durchläuft derzeit ein Spar- und Kürzungsprogramm. Der Konzern will unter anderem weltweit 3500 Stellen in der Verwaltung streichen und so zusammen mit anderen Schritten sein Ergebnis im laufenden Geschäft um 1,5 Milliarden Euro verbessern.

Laut Verdi legte die Lufthansa bislang ein Angebot vor, das Gehaltserhöhungen zwischen 0,4 und 0,6 Prozent in den ersten zwölf Monaten vorsieht. Die Lufthansa selbst sprach von einem Angebot mit einer zweistufigen Gehaltserhöhung in Höhe von 1,7 Prozent für die Lufthansa AG, in Höhe von 2,1 Prozent für die Frachttochter Lufthansa Cargo und den IT-Dienstleister Lufthansa Systems und im Umfang von 2,3 Prozent für die Lufthansa Technik.

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(AFP/sgo/das)