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Angebot an Aktionäre im Frühjahr 2007: US-Investor will Telekom übernehmen

Angebot an Aktionäre im Frühjahr 2007 : US-Investor will Telekom übernehmen

Düsseldorf (rpo). Der US-Finanzinvestor Blackstone bereitet offenbar die komplette Übernahme der Deutschen Telekom vor. Einem Pressebericht zufolge will Blackstone bis zum Jahresende 60 Milliarden Euro aufbringen, um den T-Aktionären im Frühjahr 2007 ein Übernahmeangebot unterbreiten zu können. Blackstone wies den Bericht inzwischen zurück.

Das berichtet die "Wirtschaftswoche" unter Berufung auf Insiderinformationen. Blackstone-Chef Stephen Schwarzman wolle die 60 Milliarden Euro bei angelsächsischen Investoren einsammeln. Die Bundesregierung hat nach eigenen Angaben keine Kenntnis von einer angeblich geplanten Übernahme der Deutschen Telekom durch den US-Investor Blackstone. Ihm sei nichts dazu bekannt, sagte ein Regierungssprecher am Freitag in Berlin.

Blackstone wies diesen Bericht inzwischen zurück. Blackstone-Sprecher John Ford sagte dem "manager magazin" in New York, sein Haus wolle den bereits erworbenen Telekom-Anteil von 4,5 Prozent vorerst nicht aufstocken. Die Beteiligung reiche aus, "um ein Schlüsselaktionär der Gesellschaft zu sein". "Fragen nach der ferneren Zukunft sind hypothetisch und derzeit von keinerlei Relevanz", sagte er weiter.

Branchenexperten hatten allerdings mit diesem Dementi gerechnet. Der Finanzinvestor müsse diesen Bericht zurückweisen, um die Aktienkurse der Telekom nicht in die Höhe zu treiben. Dementi dieser Art gelten bei Übernahmeplänen als normal.

Neben Privatanlegern und institutionellen Anlegern, die knapp 69 Prozent der T-Aktien halten, ist der Bund noch mit 14,6 und die staatseigene KfW-Bankengruppe mit 16,6 Prozent an der Deutschen Telekom beteiligt. Blackstone wollte die Übernahmepläne gegenüber der Zeitschrift nicht kommentieren.

Blackstone hatte erst Ende April 4,5 Prozent aus dem T-Aktienbestand der staatseigenen KfW-Bankengruppe für rund 2,7 Milliarden Euro übernommen und damit für Aufsehen gesorgt. Schon da hatten Finanzexperten Zweifel, dass sich Schwarzman, der von Ex-Telekom-Chef Ron Sommer beraten wird, mit dieser Minderheitsbeteiligung zufrieden gibt.

Doch die langen Haltefristen zerstreuten damals Befürchtungen, Blackstone könne sich die Deutsche Telekom einverleiben. Im Zuge des Deals hatte Blackstone vereinbart, dass die KfW erst nach dem 24. April 2007 die nächsten T-Aktien abstoßen kann. Für den Bund gilt keine Haltefrist, er ist aber verpflichtet, alle T-Aktien über die KfW auf den Markt zu bringen.

(afp)