Internationalen Tourismus Börse in Berlin: Umsatzeinbruch bei deutschen Reiseveranstaltern

Internationalen Tourismus Börse in Berlin: Umsatzeinbruch bei deutschen Reiseveranstaltern

Berlin (RPO). Die Rezession hat den deutschen Reiseveranstaltern im vergangenen Jahr einen Umsatzrückgang beschert. Dies erklärte der Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV), Klaus Laepple, am Mittwoch auf der Tourismusmesse ITB in Berlin.

Insgesamt verzeichneten die Reiseveranstalter ein Umsatzminus von rund drei Prozent auf 20,8 Milliarden Euro. Laut DRV war die Reisebranche aber weniger stark von der Wirtschaftskrise betroffen als andere deutsche Industriezweige.

"Wir sind also mit einem blauen Auge davongekommen", sagte DRV-Präsident Laepple, der sinkende Reisekosten als Hauptgrund für den leichten Umsatzrückgang bei Urlaubsreisen sieht. Weitaus dramatischer wirkte sich die Rezession auf die Bilanzen der Geschäftsreisebüros aus, deren Umsatz laut DRV um 25 Prozent einbrach. Die Ursache dieses Ergebnisses lag offenbar in den Sparmaßnahmen vieler Unternehmen während der Wirtschaftskrise.

Das eigene Land weiterhin beliebtestes Reiseziel

Das beliebteste Reiseziel der Deutschen war nach DRV-Angaben im vergangenen Jahr erneut das Inland: Rund 40 Prozent der 76 Millionen Reisen hatten das eigene Land zum Ziel. Im Jahr 2008 waren es noch knapp 38 Prozent gewesen. Bei den Auslandsreisen behauptete Spanien die Spitzenposition vor Italien und Österreich.

Mit Blick auf das laufende Jahr zeigte sich DRV-Präsident Laepple "vorsichtig optimistisch, aber nicht euphorisch". Aufgrund der verbesserten Auftragslage sei auch eine Erholung bei den Geschäftsreisen zu erwarten. Insgesamt rechnet der DRV damit, dass die Nachfrage nach Urlaubsreisen 2010 ähnlich hoch ausfällt wie im vergangenen Jahr.

Keine Rabattschlacht bei Last-Minute

Last-Minute-Urlauber dürfen in diesem Sommer nicht mit einer Rabattschlacht der Reiseveranstalter rechnen. Diese Überzeugung äußerte Klaus Laepple, Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV). Preislich werde es keinen großen Unterschied geben zwischen den Reisen, die mit Frühbucherrabatt verkauft wurden, und den im Sommer kurzfristig gemachten Angeboten, erklärte Laepple.

Wie groß die Auswahl an Last-Minute-Reisen sein wird, lasse sich noch schwer abschätzen. Der kurzfristig buchende Gast werde "nicht vor einer Resterampe stehen", aber auch nicht mehr das volle Angebot der Branche nutzen können. Auch 2010 müssten Last-Minute-Urlauber zum Beispiel beim Reisetermin und beim gewünschten Hotel flexibel sein.

Die Reiseveranstalter haben ihre Preise für die Sommersaison im Vergleich zum Vorjahr um fünf bis acht Prozent gesenkt, sagte Laepple. Dass oft ähnliche Preise von Last-Minute- und Frühbucherreisen nun dazu führen könnten, dass Frühbucherrabatte an Bedeutung verlieren, erwartet Laepple nicht: Viele Menschen müssten sich zum Beispiel wegen ihrer Urlaubsplanung am Arbeitsplatz schon früh im Jahr auf ihre Reisetermine festlegen und würden auch künftig frühzeitig bei den Unternehmen buchen. Der Anteil der Frühbucher unter den Veranstaltergästen sei zuletzt sogar weiter gestiegen.

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(apd/dpa)